Bewertungsschema:
75-79: Ordentlich bis gut
80-84: Sehr gut
85-89: Ausgezeichnet
90-94: Hervorragend
95-99: Groß
100: Einzigartig
Dieses Bewertungssystem ist deutlich strenger als andere international verwendete 100-Punkte-Systeme. Weitere Infos
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Das Weingut „Schloss Proschwitz - Prinz zur Lippe“ liegt in Zadel (Ortsteil von Diera-Zehren) über Meißen im deutschen Anbaugebiet Sachsen. Es ist das größte private Weingut in Ostdeutschland und das älteste noch existierende in Sachsen. Die Familie zur Lippe gehört zu den ältesten Adelshäusern Deutschland. Bis 1918 war sie eines der regierenden Fürstenhäuser und zählte zu den bedeutendsten Unternehmerfamilien in Sachsen. Die Proschwitzer Weinberge waren von der Mitte des zwölften Jahrhunderts bis zur Reformation im Besitz des Bischofs von Meißen. Ein großer Teil der in Sachsen benötigten Messweine kam in dieser Zeit aus dem Proschwitzer Gut. Während der DDR-Ära wurden die Weinberge von der damaligen Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaft (LPG) bewirtschaftet. Die Weine gab es als so genannte „Bückware“ nur unter dem Ladentisch und hießen „Proschwitzer Katzensprung“. Nachdem die Familie zur Lippe von den russischen Besatzern enteignet wurde, kaufte Dr. Georg Prinz zur Lippe nach der im Jahre 1989 erfolgten Wende große Teile des Weingutes sowie das in unmittelbarer Nähe zu den Weinbergen gelegene Familienschloss zurück. Schließlich bezog das Weingut im Jahre 2000 den aufwendig restaurierten 300 Jahre alten Vierseithof in Zadel über Meißen. Hier befinden sich seitdem die hochmoderne Kellerei, eine Pension mit zehn Zimmern und zwei Ferienwohnungen, die gutseigene Vinothek sowie ein Restaurant.
Die Weinberge umfassen insgesamt 87 Hektar Rebfläche. Das ist mit 51 Hektar großteils die im Alleinbesitz befindliche Einzellage Schloss Proschwitz. Die nach Süden bis Südwesten ausgerichteten Rebhänge in 150 bis 170 Meter Seehöhe mit 10 bis 25% Hangneigung liegen über einem Steinbruch des Elbtals entlang dem Flussufer mit Blick auf die weltberühmte Porzellanstadt Meißen. Die Böden bestehen aus den für die Region typischen, roten Granitfelsen mit bis zu sechs Meter hohen Lössschichten. Der restliche Anteil befindet sich den Einzellagen Heinrichsburg (Seußlitz) und seit dem Jahre 2008 im Monopolbesitz befindliche Kloster-Heilig-Kreuz (Meißen). Es werden zu 80% die Weißweinsorten Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling, Elbling, Traminer, Scheurebe und Goldriesling, sowie zu 20% die Rotweinsorten Spätburgunder und Dornfelder kultiviert. Die Weinbergsbearbeitung erfolgt nach den Richtlinien des „kontrolliert umweltschonenden Weinbaus“ mit zum Beispiel Begrünung, stark reduziertem Einsatz von Pflanzenschutz-Mitteln und streng dosierter Düngung. Die hauseigene „Meißner Spezialitätenbrennerei“ verarbeitet regionale Obstsorten zu edlen Bränden, Geisten und Likören. Es werden auch flaschenvergorene Sekte produziert. Der Betrieb wurde im Jahre 1996 als erstes sächsisches Weingut im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter) aufgenommen.
Eine sehr erfreuliche Serie, die besonders aufgrund ihrer Geschlossenheit überzeugt - und das bei einer ziemlich stattlichen Probenanzahl. Auffällig gut sind heuer nicht nur die Burgundersorten, auch Scheurebe und Traminer gefallen. Überrascht hat uns auch die süße Riesling Spätlese; sie ist das Beste, was wir in dieser Art von Schloss Proschwitz kennen. In dieser Form nähert sich das Gut dem dritten Stern.
Bis auf die beiden Kabinette von Grau- und Weißburgunder gefällt uns die 2007er Serie ziemlich gut. Die Weine sind typisch, klar und oft animierend. Unser Favorit ist das sehr gekonnt vinifizierte Große Gewächs vom Weißburgunder.
Auf Schloss Proschwitz kam man mit dem Jahrgang offenbar gut zurecht: die Kollektion ist von ziemlich gleichmäßiger Güte und offenbart deutlich die Sorgfalt, mit der hier zuwerke gegangen wird. Das Engagement bei den Roten ist beachtlich.
Das uns vorgestellte Sortiment hat hauptsächlich sehr gute und typische Weine zu bieten. Neben einem ausgezeichneten Weißburgunder fällt der Dornfelder besonders auf. Er gehört zu den besten Vertretern seiner Sorte, nicht nur in diesem Jahr. Erfreulich sind auch die Sekte. Eine gelungene Vorstellung!
Ein ausgezeichneter Sekt bildet die Spitze eines größtenteils guten bis sehr guten, wenn auch nicht immer ganz einheitlichen Sortiments. Einigen Weinen fehlt es etwas an Substanz und sie sollten zügig ausgetrunken werden.
Die 2003er Kollektion befindet sich - soweit vorgestellt - auf geschlossen sehr gutem Niveau. Unsere Favoriten sind dieses Jahr die eleganten und doch fest gewirkten trockenen Spätlesen von Riesling und Scheurebe.
Bislang wurden erst 3 Weine des Jahrgangs 1999 angestellt. Doch auch diese kleine Auswahl sehr sorgfältig bereiteter Weine zeigt, warum das Gut einen Ruf als führender Weinproduzent in den neuen Bundesländern besitzt.
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