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  Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße  Südliche Weinstraße  

Das Anbaugebiet mit 23.390 Hektar Rebfläche im Bundesland Rheinland-Pfalz ist nach Rheinhessen das zweitgrößte Deutschlands. Bis 1995 hieß es Rheinpfalz. Der nunmehrige Name (lat. Palatium = Palast) leitet sich von den Pfalzgrafen des Heiligen Römischen Reiches ab, die in der Stadt Heidelberg vom 13. bis Mitte des 18. Jahrhunderts residierten. Erste Hinweise auf Weinbau gibt es lange vor den Römern in keltischen Gräbern bereits 550 v. Chr., die in Laumersheim und Bad Dürkheim gefunden wurden. Nach dem Rückzug der Römer aus diesem Gebiet wurde erst im 7. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Klöster der Weinbau neu belebt. Im 8. Jahrhundert werden bereits weit über hundert Weinbauorte erwähnt. Im 12. Und 13. Jahrhundert tauchten die ersten Weinbergs-Bezeichnungen auf, die zum Teil in den Einzelagennamen bis heute erhalten geblieben sind. Wie in den anderen deutschen Weinbaugebieten gab es durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und nachfolgende kriegerische Ereignisse große Verwüstungen und einen Niedergang des Weinbaus. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine neue Blüte, aber durch Mehltau und Reblaus bis Ende dieses Jahrhunderts wieder einen großen Einbruch. Als Gegenmaßnahme wurde im Jahre 1899 in Neustadt an der Weinstraße eine Obst- und Weinbauschule gegründet, um die Forschung voranzutreiben und die Winzer systematisch auszubilden.

Nach wechselvoller Geschichte kam es in den 1970er-Jahren zu einer Krise, von der sich die Pfalz ab Mitte der 1980er-Jahre wieder erholte und eine Reihe innovativer Winzer besonders mit hochwertigen Rieslingen für dynamische Weiterentwicklung sorgten. Die Pfalz erstreckt sich südlich von Worms gürtelförmig in 80 Kilometer Länge bis an die französische Grenze nördlich des Elsass und von den Hängen des Pfälzer Waldes bis in die Rheinebene. Die Bedingungen für den Weinbau sind geradezu ideal. Es gibt trockene, nicht zu heiße Sommer und milde Winter. Mit jährlich rund 1.800 Sonnenstunden ist die Pfalz eines der wärmsten deutschen Anbaugebiete. Die Böden bestehen aus Buntsandstein, kalkhaltigen Lehm- und Tonböden, Mergel, Keuper, Muschelkalk, Granit, Porphyr und Schiefertoninseln. An den Randhügelzonen dominieren Kalkböden. Rund 3.600 Winzerbetriebe, davon weniger als die Hälfte im Haupterwerb, pflegen mehr als 100 Millionen Rebstöcke und produzieren jährlich etwa 2,5 Millionen Hektoliter Wein. Ab 2005 wurde die neue Herkunfts- und Qualitätsbezeichnung DC Pfalz eingeführt. Im Jahre 1935 wurde die „Deutsche Weinstraße“ als erste ihrer Art geschaffen. Sie führt von Bockenheim im Norden bis Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze. Nach ihr sind auch die zwei Bereiche Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße und Südliche Weinstraße benannt, die in insgesamt 25 Großlagen mit 325 Einzellagen gegliedert sind.

Der Bereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße beginnt im Norden an der Grenze zu Rheinhessen und erstreckt sich über das Zellertal, Grünstadt und Bad Dürkheim bis nach Neustadt an der Weinstraße. Hier herrschen in der Regel eher leichtere und durchlässige lehmige Sand- bis sandige Lehmböden vor. Tiefgründige Böden aus Löss sind vorwiegend auf den Hügeln und in der Ebene verbreitet, wo sie mit Lehm und Ton durchsetzt sind. Der Bereich ist in die 16 Großlagen Feuerberg, Grafenstück, Hochmeß, Hofstück, Höllenpfad, Honigsäckel, Kobnert, Mariengarten, Meerspinne, Pfaffengrund, Rebstöckel, Rosenbühl, Schenkenböhl, Schnepfenflug von der Weinstraße, Schnepfenflug vom Zellertal und Schwarzerde gegeliedert. Bekannte Weinbaugemeinden mit ihren Einzellagen sind:

* Asselheim mit Goldberg, Schloss, St. Stephan
* Bad Dürkheim mit Abtsfronhof, Bettelhaus, Fronhof, Fuchsmantel, Herrenberg
* Bad Dürkheim mit Herrenmorgen Herzfeld, Hochbenn, Kalkofen, Kirchenstück
* Bad Dürkheim mit Michelsberg, Nonnengarten, Nussriegel, Osterberg
* Bad Dürkheim mit Rittergarten, Spielberg, Steinberg, Weilberg
* Deidesheim mit Grainhübel, Herrgottsacker, Hohenmorgen, Kalkofen
* Deidesheim mit Kieselberg, Langenmorgen, Mäushöhle, Paradiesgarten
* Diedesfeld mit Berg, Johanniskirchel, Ölgässel, Paradies
* Dirmstein mit Herrgottsacker, Jesuitenhofgarten, Mandelpfad
* Duttweiler mit Kalkberg, Mandelberg
* Ellerstadt mit Bubeneck, Dickkopp, Kirchenstück, Sonnenberg
* Erpolzheim mit Goldberg, Kieselberg, Kirschgarten
* Forst mit Freundstück, Jesuitengarten, Kirchenstück, Musenhang, Pechstein, Ungeheuer
* Gimmeldingen mit Biengarten, Kapellenberg, Mandelgarten, Schlössel
* Großkarlbach mit Burgweg, Osterberg
* Haardt mit Bürgergarten (Breumel in den Mauern), Herrenletten, Herzog, Mandelring
* Herxheim am Berg mit Himmelreich, Honigsack, Kirchenstück
* Kallstadt mit Annaberg, Kreidkeller, Kronenberg, Saumagen, Steinacker
* Königsbach mit Idig, Jesuitengarten, Ölberg, Reiterpfad
* Laumersheim mit Kirschgarten, Mandelberg
* Leinsweiler mit Sonnenberg
* Mußbach mit Bischofsweg, Eselshaut, Glockenzehnt, Johannitergarten, Kurfürst, Spiegel
* Neuleiningen mit Feuermännchen, Schlossberg, Sonnenberg
* Neustadt/Weinstraße mit Biengarten, Bischofsweg, Bürgergarten, Erkenbrecht, Eselshaut
* Neustadt/Weinstraße mit Gässel, Glockenzehnt, Grain, Herrenletten, Herzog, Idig
* Neustadt/Weinstraße mit Jesuitengarten, Johanniskirchel, Johannitergarten, Kalkberg
* Neustadt/Weinstraße mit Kapellenberg, Kreuzberg, Kroatenpfad, Kurfürst, Langenstein
* Neustadt/Weinstraße mit Lerchenböhl, Mandelberg, Mönchgarten, Ölberg, Ölgässel
* Neustadt/Weinstraße mit Paradies, Reiterpfad, Römerbrunnen, Schlossberg, Spiegel
* Ruppertsberg mit Gaisböhl, Hoheburg, Linsenbusch, Reiterpfad, Spieß
* Sausenheim mit Honigsack, Hütt, Klostergarten
* Ungstein mit Bettelhaus, Herrenberg, Michelsberg, Nussriegel, Osterberg, Weilberg
* Wachenheim mit Altenberg, Belz, Bischofsgarten, Böhlig, Fuchsmantel
* Wachenheim mit Gerümpel, Goldbächel, Königswingert, Luginsland
* Wachenheim mit Mandelgarten, Odinstal, Rechbächel, Schlossberg

Der Bereich Südliche Weinstraße liegt gänzlich innerhalb des gleichnamigen Landkreises einschließlich der Stadt Landau und reicht von der elsässischen Grenze im Süden (einzelne Flächen liegen bei Weißenburg sogar auf französischem Staatsgebiet) bis zur nördlichen Kreisgrenze am Südrand von Neustadt/Weinstraße. Hier herrschen hauptsächlich Löss- und Lehmöden vor. Der Bereich ist in die neun Großlagen Bischofskreuz, Guttenberg, Herrlich, Kloster Liebfrauenberg, Königsgarten, Mandelhöhe, Ordensgut, Schloß Ludwigshöhe und Trappenberg gegliedert. Bekannte Weinbaugemeinden mit ihren Einzellagen sind:

* Birkweiler mit Kastanienbusch, Mandelberg, Rosenberg
* Burrweiler mit Altenforst, Schäwer, Schlossgarten (Im goldenen Jost), St. Annaberg
* Edenkoben mit Bergel, Blücherhöhe, Heidegarten, Heilig Kreuz, Kastaniengarten
* Edenkoben mit Kirchberg, Klostergarten, Mühlberg, Schwarzer Letten
* Edesheim mit Forst, Mandelhang, Rosengarten, Schloss
* Eschbach mit Hasen
* Flemlingen mit Herrenbuckel, Vogelsprung, Zechpeter
* Frankweiler mit Biengarten, Kalkgrube
* Freinsheim mit Goldberg, Musikantenbuckel, Oschelskopf, Schwarzes Kreuz
* Gleisweiler mit Hölle
* Göcklingen mit Kaiserberg
* Godramstein mit Münzberg
* Hainfeld mit Kapelle, Kirchenstück, Letten
* Hochstadt mit Roter Berg
* Ilbesheim bei Landau mit Rittersberg, Sonnenberg
* Kirrweiler mit Mandelberg, Oberschloss, Römerweg
* Klingenmünster mit Maria Magdalena
* Knöringen mit Hohenrain
* Landau mit Altes Löhl, Herrenberg, Höhe, Kaiserberg, Kirchenstück
* Landau mit Münzberg, Mütterle, Pfaffenberg
* Maikammer mit Heiligenberg, Immengarten, Kapellenberg, Kirchenstück
* Nußdorf mit Herrenberg, Kaiserberg, Kirchenstück
* Rhodt unter Rietburg mit Klosterpfad, Rosengarten, Schlossberg
* Schweigen mit Sonnenberg (Kammerberg, Rädling)
* Siebeldingen mit Im Sonnenschein, Mönchspfad, Rosenberg
* St. Martin mit Baron, Kirchberg
* Venningen mit Doktor
* Walsheim mit Silberberg
* Weyher in der Pfalz mit Michelsberg
* Wollmesheim mit Mütterle

Über 20 Winzergenossenschaften bewirtschaften rund 20% der Rebfläche. Das Pfälzer Barrique-Forum bemüht sich um die Qualität von Barrique-Weinen. Bekannte Produzenten sind Acham-Magin, Ackermann Frank, Aloisiushof, Argus Peter, Bärenhof, Bassermann-Jordan, Becker Friedrich, Beck Gerhard, Benderhof, Bergdolt-Reif und Nett, Bergdolt St. Lamprecht, Bernhart, Biffar Josef, Bohnenstiel, Borell-Diehl, Brenneis-Koch, Christmann Arnold, Corbet, Darting, Dr. Bürklin-Wolf, Dr. Deinhard, Dr. Wehrheim, Fitz-Ritter, Forster Winzerverein, Gaul Karl-Heinz, Gebrüder Bart, Geheimrat J. Wegeler Erben, Gies-Düppel, Gnägy, Henninger IV, Henninger Walter, J. L. Wolf, Kaub Karl-Heinz, Kimich, Klein Gerhard, Knipser, Koch Bernhard, Koehler-Ruprecht, Kuhn Philipp, Lergenmüller, Lucashof, Mesel, Meßmer Herbert, Meyer Frank, Minges Theo, Mosbacher Georg, Möwes, Müller-Catoir, Müller Eugen, Münzberg, Neiss, Odinstal, Ökonomierat Rebholz, Pfaffmann Karl, Pfeffingen, Reichsrat von Buhl, Rings, Sauer Heiner, Schaefer Karl, Schmitt Egon, Scholler, Siegrist, SieneR - Wettstein, Spindler Heinrich, St. Annaberg, Stern Wolfgang und Dominic, Studier, Weegmüller, Weik, Wilhelmshof, Wolf Michael, Ziegler August und Zöller Hermann.

In den letzten zehn Jahren hat sich der Sortenspiegel stark verändert. Der Anteil der Rotweinsorten ist von 31% auf knapp 40% gestiegen. An der Spitze liegt nach wie vor unangefochten der Riesling. An die zweite Stelle hat sich die Rotweinsorte Dornfelder vorgeschoben, die ihren Bestand um 40% gesteigert hat. Stark rückläufig waren die Weißweinsorten Müller-Thurgau (die aber immer noch den dritten Platz belegt) und Kerner. Ein starker Aufsteiger war der Ruländer (Pinot Gris) mit fast Verdoppelung des Bestandes. Der Rebsortenspiegel mit den 55 häufigsten Kelterrebsorten (Status 2007):

Rebsorte
Synonyme
Farbe
Hektar
%-Ant
Riesling Weißer Riesling weiß 5.248 22,4
Dornfelder - rot 3.213 13,7
Müller-Thurgau Rivaner weiß 2.338 10,0
Blauer Portugieser Portugieser rot 2.282 9,8
Pinot Noir Spätburgunder rot 1.585 6,8
Kerner - weiß 1.164 5,0
Pinot Gris Ruländer, Grauburgunder weiß 1.044 4,5
Silvaner Grüner Silvaner weiß 867 3,7
Pinot Blanc Weißburgunder weiß 824 3,5
Regent - rot 642 2,7
Chardonnay - weiß 450 1,9
Scheurebe Sämling 88 weiß 418 1,8
Traminer Roter Traminer weiß 347 1,5
St. Laurent - rot 307 1,3
Morio-Muskat Morio weiß 278 1,2
Ortega - weiß 219 0,9
Merlot - rot 207 0,9
Huxelrebe - weiß 199 0,9
Dunkelfelder - rot 185 0,8
Schwarzriesling Müllerrebe rot 163 0,7
Bacchus - weiß 153 0,7
Cabernet Sauvignon - rot 146 0,6
Sauvignon Blanc Muskat-Sylvaner weiß 145 0,6
Acolon - rot 116 0,5
Heroldrebe - weiß 105 0,5
Cabernet Mitos - rot 79 0,3
Cabernet Dorsa - rot 78 0,3
Frühburgunder Blauer Frühburgunder, Clevner rot 62 0,3
Auxerrois - weiß 55 0,2
Faberrebe - weiß 55 0,2
Muskateller Gelber Muskateller, Muscat Blanc u.v.a. weiß 53 0,2
Blaufränkisch Blauer Limberger, Limberger, Lemberger rot 39 0,2
Rieslaner - weiß 37 0,2
Ehrenfelser - weiß 32 0,1
Siegerrebe - weiß 31 0,1
Dakapo - rot 11 0,1
Kanzler - weiß 10 -
Phoenix - weiß 9 -
Reichensteiner - weiß 9 -
Domina - rot 7 -
Johanniter - weiß 6 -
Albalonga - weiß 5 -
Solaris - weiß 5 -
Trollinger Blauer Trollinger, Vernatsch u.v.a. rot 5 -
Kernling - weiß 4 -
Optima Optima 113 weiß 4 -
Würzer - weiß 3 -
Chasselas Gutedel, Dorin, Fendant u.v.a. weiß 2 -
Juwel - weiß 2 -
Perle - weiß 2 -
Schönburger - weiß 2 -
Zweigelt Blauer Zweigelt, Rotburger rot 2 -
Hölder - weiß 1 -
Nobling - weiß 1 -
Deckrot - rot 1 -
weiße Sorten 14.073 60,2
rote Sorten 9.317 39,8
GESAMT 23.422 100

Weiterführende Links zum Anbaugebiet Pfalz

Homepage Pfalzwein e.V.
Südliche Weinstraße
Verein Deutsche Weinstraße
Touristeninfo zu Neustadt an der Weinstraße
Touristeninfo zu Deidesheim
Touristeninfo zu Maikammer
Touristeninfo zu Edenkoben
Touristeninfo zu Wachenheim
Touristeninfo zur Region Freinsheim