Das Weingut liegt in der Gemeinde Forst lim deutschen Anbaugebiet Pfalz. Es wurde im Jahre 1920 von Richard Mosbacher (1898-1977) zusammen mit seinen Schwestern gegründet, der es nach seinem Vater benannte. Bereits zu dieser Zeit erfolgte eine Flaschenabfüllung. Richard II. Mosbacher baute das Gut in den 1980-er Jahren zu einem Spitzenbetrieb auf. Heute wird das Weingut von seiner Tochter Sabine zusammen mit Ihrem Mann Jürgen Düringer geleitet. Die Weinberge umfassen 19 Hektar Rebfläche in den Einzellagen Freundstück, Jesuitengarten, Pechstein und Ungeheuer (Forst), Kieselberg, Leinhöhle und Mäushöhle (Deidesheim), sowie Gerümpel und Goldbächel (Wachenheim).
Sie sind mit den Weißweinsorten Riesling (mit 80% die wichtigste), Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Gewürztraminer, sowie mit den Rotweinsorten Spätburgunder, Merlot und Dornfelder bestockt. Es wird konsequent Ökologischer Weinbau mit einer Reihe umweltschonender Maßnahmen wie zum Beispiel Verzicht auf Herbizide, Schonung der Nützlinge, kontrollierter Düngung und Begrünung betrieben. Neben den Premiumweinen, die als Grosse Gewächse klassifiziert sind, stehen eine Reihe weiterer Einzellagen-Rieslinge zur Auswahl. Andere Rebsorten und ein Basisriesling werden als Gutsweine vermarktet. Es werden auch flaschenvergorene Sekte und verschiedene Edelbrände (Trester, Hefe) produziert. Das Weingut ist Mitglied beim VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).
Nach leichten Schwächen im Vorjahr zeigt sich das Weingut Mosbacher heuer wieder in alter Form. Dabei beeindrucken nicht nur die Großen Gewächse, auch die Kabinette können sich sehen lassen. Besonders angetan hat es uns heuer der exzellente Weißburgunder, der erst nach Tagen zeigt, was er wirklich kann und es dann dank seiner Komplexität, seiner Tiefe und der perfekten Balance mit den besten Exemplaren der Südpfalz aufnehmen kann.
Ein nicht ganz einfacher Jahrgang für das Weingut Mosbacher, das heuer etwas unter seinen Möglichkeiten bleibt. Vor allem den einfacheren Weinen mangelt es mitunter etwas an Substanz und nicht alle entwickeln sich gut. Die Spitzenrieslinge sind wieder fest gewirkt und durchaus ausdrucksstark, aber nicht so fein wie in den besten Jahren. Wir sind gespannt, wie sie sich entwickeln.
Eine hochklassige Serie, aus der wir im Grunde jeden Wein empfehlen können. Auch die einfacheren Weine besitzen hier in der Regel Charakter und gewisse Tiefe. Höchst beeindruckend ist die Reihe Großer Gewächse: alle vier gehören zur Spitze des Jahrgangs. Die "Grosse Hohl" hat derzeit die Nase vorn, aber Ungeheuer und Pechstein könnten mit Flaschenreife noch aufschließen. Wir sind beeindruckt!
Wie schon im Vorjahr präsentiert das Weingut Mosbacher eine in seiner Konstanz und Dichte beeindruckende Kollektion trockener Rieslinge. Beispielhaft dafür seien hier der Maushöhle Kabinett und die Spätlese aus der Leinhöhle genannt. Beide vereinen Mineralität mit feinster Säure und ausgezeichneter Substanz, ohne jedoch ihr Prädikat zu verleugnen. Die "Großen Gewächse" bringen da leider (noch) nicht die erhoffte Steigerung, doch trauen wir ihnen durchaus eine positive Entwicklung zu. Großes Kompliment!
Die Weine von Mosbacher spiegeln geradezu archetypisch die Gegebenheiten des Jahrganges wider. Naturgemäß erreichen die Kabinette dabei nicht ganz das Niveau der vergangenen Jahre, dafür sind sie vergnüglich zu trinken. Bei den Spätlesen spielt Jürgen Düringer sein Können bravourös aus und beeindruckt mit dichten, vielschichtigen und weitgehend gerbstofffreien Kreszenzen. Solche Weine brauchen keine Konkurrenz zu scheuen und zählen zu den Besten des Landes und des Jahrganges.
Jürgen Düringer ist das Kunststück gelungen, auch in diesem für die Pfalz keineswegs ganz einfachen Jahrgang fest strukturierte Weine mit Substanz und mineralischem Rückgrat zu schaffen. Zwar sind die Weine auch bei Mosbacher ziemlich mächtig, doch hier stimmt die Balance zumeist bis ins Detail. Großes Kompliment.
Sehr fest strukturierte Weine mit dominanter Mineralität prägen das Bild bei Mosbacher dieses Jahr. Der größte Teil der Weine wirkt dabei noch sehr unentwickelt und es ist anzuraten, die meisten von ihnen bis mindestens Mitte 2005 nicht anzurühren. Die erstklassigen großen Gewächse dürften weitere 2 bis 3 Jahre benötigen, um in gute Form zu gelangen. Das gilt besonders für das derzeit sehr abweisende Ungeheuer. Mich würde nicht wundern, wenn der Wein ab 2008 eine deutlich höhere Wertung rechtfertigen würde.
Die nicht ganz einheitliche 2000er Kollektion muss in Anbetracht des Jahrgangs dennoch als Erfolg gewertet werden. Alle Weine sind mindestens sorgfältig gemacht und verfügen über genügend Substanz, um die nächste Zeit guten Genuss zu bieten. Wirklich ausgezeichnet sind die beiden Großen Gewächse. Sie gehören zur guten Handvoll trockener Spitzenrieslinge des Jahrgangs in der Pfalz.
Zwar sind die Kabinette jahrgangsbedingt etwas leichter und weniger dicht als gewohnt, aber dennoch sehr gut gemacht und empfehlenswert. Die Spätlesen sind auch dieses Jahr wieder ausgezeichnet. Leider wurde man bei Mosbachers erst zu einem Zeitpunkt auf unsere Anfrage aufmerksam, als viele Weine bereits ausverkauft waren. So konnte man uns nur noch eine kleine Auswahl präsentieren.
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