Das „Landesweingut Kloster Pforta“ liegt in der Gemeinde Bad Kösen-Saalhäuser im deutschen Anbaugebiet Saale-Unstrut. Im Jahre 1137 ließen sich Zisterziensermönche an der Nordseite der Saalehänge, unweit Naumburgs nieder und gründeten das Kloster St. Mariae ad Portam (St. Marien zur Pforte). Bereits im Jahre 1154 hatte der Köppelberg als erster Weinberg des Klosters eine urkundliche Erwähnung. Die Anlage entwickelte sich zu einem der reichsten Klöster im ostthüringischen Raum. Es gab in 192 Orten Grundbesitz mit 260 Hektar Weinbergen. Das Ende des Klosters kam im 16. Jahrhundert mit der Reformation. Die Wurzeln des heutigen Weingutes gehen auf die Augustinermönche des Naumburger Moritzklosters zurück. Diese kultivierten im 14. Jahrhundert im Saalebogen zwischen Bad Kösen und Naumburg Weinberge am nordwestlichen Saaleufer. Für die den Weinbergen arbeitenden Mönche wurde als Unterkunft eine Klause gebaut, wovon sich die Bezeichnung „Saalhäuser“ ableitet. In der DDR hatte die Anlage den Status eines volkseigenen Weingutes. Dieses wurde nach der Wiedervereinigung 1993 als vom Land Sachsen-Anhalt übernommen und die Rebflächen reduziert. Die Keller- und Lagerräume wurden im Jahre 2002 in die historischen Saalhäuser-Gebäude zurückverlegt.
Wir müssen zugeben, dass wir uns von diesem Jahrgang etwas mehr erwartet hätten. Bacchus und Zweigelt sind zweifellos gut, aber den anderen Weinen fehlt es zumeist etwas an Reife und Substanz.
Der positive Trend setzt sich hier eindeutig fort. Die Weine sind nicht nur allesamt sehr sorgfältig gemacht, bei Weiß- und Grauburgunder blitzt sogar schon echte Klasse auf. Der erste Stern scheint inzwischen überfällig, aber er bleibt kaum der einzige, wenn es auf diesem Niveau weiter geht.
Es geht eindeutig aufwärts mit dem Kloster Pforta. Zwar haben wir auch heuer mit dem Portugieser Weißherbst einen Ausreißer zu verzeichnen, aber sonst befindet sich das Sortiment auf respektablem Niveau - und das zudem in einer Geschlossenheit, die wir hier bislang nicht gewohnt waren. In dieser Form ist ein erster Stern nicht weit.
Saalhäuser Riesling und Spätburgunder gefallen uns dieses Jahr sehr gut. Der Rest der vorgestellten Serie kommt da nicht heran und bleibt unter der Veröffentlichungsgrenze.
Das Sortiment ist solide, wenn auch überwiegend einfach. Letzteres gilt jedoch nicht für die animierenden Qualitätsweine aus Silvaner und Weißburgunder, die bereits gewisse Klasse aufweisen.
Die sehr spät angestellten 2002er enttäuschen durch die Bank. Sie sind ausnahmslos dünn, oft unreif und nicht selten bereits am Auszehren. Allein ein gleichzeitig eingeschickter und wirklich überzeugender Silvaner aus 2003 macht Hoffnung verhindert derzeit das Abrutschen in die "sonstigen Adressen".
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