Bewertungsschema:
75-79: Ordentlich bis gut
80-84: Sehr gut
85-89: Ausgezeichnet
90-94: Hervorragend
95-99: Groß
100: Einzigartig
Dieses Bewertungssystem ist deutlich strenger als andere international verwendete 100-Punkte-Systeme. Weitere Infos
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Die „Hessische Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach“ mit Hauptsitz in der ehemaligen Zisterzienserabtei Eberbach im deutschen Anbaugebiet Rheingau ist mit rund 220 Hektar Rebfläche das größte Weingut in Deutschland. Der Großteil der Rebflächen geht auf klösterlichen Besitz bis in das 12. Jahrhundert zurück, als die Zisterzienser hier das berühmte Kloster Eberbach gründeten. Im Jahre 1803 wurde unter Napoleon (1769-1821) der Klosterbesitz säkularisiert. Neuer Besitzer wurde der Herzog von Nassau-Usingen, ab dem Jahre 1866 das Königreich Preußen und seit 1946 das Land Hessen. Der bekannte Weinjournalist Dr. Hans Ambrosi (*1925) war von 1966 bis 1990 Leiter des Betriebes. Heutiger Geschäftsführer ist Dieter Greiner. In den Räumen des Klosters finden heute feierliche Veranstaltungen wie zum Beispiel die jährlichen Auktionen statt. Das Weingut verfügt über drei Domänen mit jeweils einem eigenen Weinkeller zum Ausbau der Weine.
Die Domäne Bensheim liegt als einzige im Anbaugebiet Hessische Bergstraße. Die Rebflächen dieses 1904 von Großherzog von Hessen-Darmstadt gegründeten Weingutes umfassen 38 Hektar in den Einzellagen Kalkgasse (Bensheim), Centgericht und Steinkopf (Heppenheim), sowie Herrnwingert (Schönberg). Hauptsächlich werden Riesling, sowie kleinere Flächen Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder angebaut.
Die Rotwein-Domäne Assmannshausen im Anbaugebiet Rheingau umfasst 17 Hektar Rebfläche in der Einzellage Höllenberg ausschließlich mit Spätburgunder, sowie 18 Hektar Spätburgunder im Rüdesheimer Berg. Die Riesling-Trauben aus den Rheingauer Weinbergen umfassen insgesamt 147 Hektar Rebfläche. Diese werden im Jahre 2008 eröffneten Steinbergkeller der Domäne Steinberg eingebracht. Ein Großteil der Rheingauer Lagen sind als Erste Lage klassifiziert. Die bekanntesten sind Berg Rottland, Berg Roseneck und Berg Schlossberg (Rüdesheim), Steinberg (bei Hattenheim), Marcobrunn (Erbach), Baiken und Gehrn (Rauenthal), Neroberg (Wiesbaden), sowie Domdechaney und Hölle (Hochheim).
Die wichtigsten zwei Sorten sind Riesling (85%) und Spätburgunder (10%). Um eine langsame und gleichmäßige Gärung zu ermöglichen, wird die Temperatur des Kühlwassers über eine moderne Kohlendioxid-Steuerung geregelt. Anschließend folgt ein langes Hefelager. Der Ausbau des Rieslings wird fast ausschließlich in Edelstahltanks durchgeführt, nur den Spitzenweinen ist der Ausbau im traditionellen Halb- (600 l), Stück- (1200 l) und Doppelstückfass (2400 l) vorbehalten. Der Ausbau der Spätburgunderweine erfolgt zu 100% im Holzfass in fast ausschließlich Stückfassgröße. Jährlich werden über 1,9 Millionen Flaschen Wein vermarktet. Das Weingut ist ein Gründungsmitglied des VDP.
Eine umfangreiche Serie ohne Schwächen haben uns die hessischen Staatsweingüter heuer vorgestellt. Es scheint ganz so, als würde sich der neue Keller mehr und mehr in höchst zuverlässigen Qualitäten niederschlagen. In dieser Form ist der dritte Stern nicht weit. Kompliment!
Hinweis: Es wurden keine Weine zur Verkostung angestellt.
Der Jahrgang 2000
Es geht spürbar aufwärts mit dem Staatsweingut, was man nicht nur an der neuen, erheblich freundlicheren Ausstattung erkennen kann. Die verkostete Auswahl 2000er Rieslinge offenbart keine Schwächen und gefällt mir sogar besser als die des Vorjahres.
Die wenigen in diesem Jahr angestellten Weine beleuchten nur einen winzigen Teil der Gesamtproduktion der hessischen Staatsweingüter. Während der trockene Qualitätswein, wie auch der Kabinett - beide aus legendären Spitzenlagen – von sauberer, aber recht einfacher und belangloser Art sind, zeigt die sehr gute, terroirwürzige Spätlese aus dem Rüdesheimer Schlossberg bereits entschieden in die richtige Richtung.
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