Das Weingut liegt in der Gemeinde Boppard im deutschen Anbaugebiet Mittelrhein. Es wird von Rudolf und Susanne Schoeneberger geführt. Seit 2004 werden sie von ihrem Sohn Jonas nach dessen Ausbildung zum Weinbautechniker tatkräftig unterstützt. Es werden auch Gästezimmer angeboten. Angeschlossen ist Boppards älteste Weinstube mit Gartenwirtschaft namens „Heilig Grab“ ist, die seit mehr als 200 Jahren in Familienbesitz ist. Der originelle Name leitet von einer Begebenheit im Zusammenhang mit dem Brauch ab, am Karfreitag in der Bopparder Karmeliterklosterkirche das „Heilig Grab“ (ein auf den Boden gelegtes Kreuz) zu besuchen und zu beten. Wieder einmal erfolgte am Karfreitag der traditionelle Gang der Männer nach der Arbeit zur Kirche. Merkwürdig fanden die Bopparderinnen, dass sich ihre Gatten diesmal erst sehr spät zum Abendbrot einstellten. Auf die Frage nach dem Verbleib antworteten diese verabredungsgemäß: „Ei, am Heilig Grab! Man kann doch einmal etwas länger beten“. Bald stellte sich aber heraus, dass der Besuch am „Heilig Grab“ nur kurz, umso länger aber das sogenannte „Gebet“ in einer nahen Weinstube gewesen war, die ab dann diesen Namen erhielt. Die Weinberge umfassen knapp vier Hektar Rebfläche in den Einzellagen Fässerlay, Feuerlay, Mandelstein und Weingrube (Bopparder Hamm). Sie sind mit Riesling (80%), Spätburgunder (16%) und Kerner (4%) bestockt. Größte Sorgfalt wird auf schonende Traubenverarbeitung gelegt. Nach einer temperaturgesteuerten Gärung in Edelstahl erfolgt je nach Wein die Reifung traditionell im großen Eichenholzfass. Jährlich werden 30.000 Flaschen Wein produziert.
Es geht offenbar weiter aufwärts beim Weingut Heilig Grab. In den letzten beiden Jahren sind die Qualitäten hier noch zuverlässiger geworden. Inzwischen hat das Weingut, das 2006 zum ersten Mal aufstieg, einen zweiten Stern verdient. Glückwunsch!
Äußerten wir letztes Jahr noch leise Kritik an den trockenen Rieslingen, gibt es heuer nichts daran auszusetzen, ganz im Gegenteil. Die Weine sind sehr sorgfältig gemacht und zumeist animierend. Überhaupt ist eine Qualitätssteigerung quer durch das Sortiment augenfällig. Willkommen also unter den klassifizierten Betrieben!
2005 war kein einfaches Jahr am Mittelrhein, zumal für trockene Rieslinge. Das macht sich deutlich bei den beiden Spätlesen aus der Feuerlay bemerkbar, die arg unter der Gerbstofflast zu leiden haben. Die Auslesen hingegen überzeugen. Vor allem die halbtrockene Version könnte sogar noch zulegen. Auch sonst sind die Rielsinge zumeist sehr gut, während uns der Weißherbst etwas zu einfach ausgefallen ist. So verschieben wir den Aufstieg für den Moment noch, sind aber überzeugt, nicht mehr lange warten zu müssen.
Nachdem uns der Jahrgang 2003 nicht zugänglich war, waren wir auf den neuen Jahrgang doch sehr gespannt. Wir wurden nicht enttäuscht. Ein weitgehend geschlossenes Sortiment, gutes und noch mehr sehr gutes Niveau, eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren. In dieser Form ist der erste Stern zum Greifen nahe, der nächste Jahrgang wird es weisen. Weiter so.
Auch in 2001 weisen die meisten Weine grasige, leicht unreife Aromen auf, die jedoch in der Regel erheblich weniger ins Gewicht fallen als in den letzten Jahren. Daneben verfügen die Rieslinge mit Ausnahme zweier arg grasig und dünn geratener Auslesen über mindestens ausreichende Struktur und saubere Machart. Die sehr gute halbtrockene Spätlese lässt aufblitzen, was hier möglich wäre. Immerhin eine positive Entwicklung.
Wie so oft in diesem Jahr sind die höheren Prädikate schwächer und die einfacheren Weine besser ausgefallen als 1999. Insgesamt ist die Leistung jedoch allenfalls passabel. Für das nächste Jahr würde ich mir eine spürbare Steigerung wünschen.
Rudolf Schoenebergers 99er sind häufig ziemlich dünn geraten, wenn auch manchmal klar und süffig. Weit über dem Rest der Kollektion steht die nachhaltige Riesling Auslese aus der Feuerlay.
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