Das Weingut in der Gemeinde Rüdesheim im deutschen Anbaugebiet Rheingau wurde im Jahre 1880 von Bernhard Scholl und Albert Hillebrand als Teil einer Weinhandlung gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es von Peter Breuer übernommen und von dessen Sohn Georg weiter ausgebaut. Danach übernahmen in dritter Generation die Brüder Bernhard und Heinrich Breuer die Führung. Gemeinsam mit Bernd Philippi (Besitzer des Weingutes Koehler-Ruprecht in der Pfalz) und Werner Näkel (Besitzer des Weingutes Meyer-Näkel an der Ahr) wurde im Jahre 2000 im portugiesischen Douro-Tal das Weingut Quinta da Carvalhosa gegründet. Schon 1997 war ebenfalls gemeinsam mit Bernd Philippi, sowie dem Südafrikaner Stephan du Toit das Weingut Mont du Toit entstanden.
Es wird naturnaher Weinbau mit zum Beispiel saisonaler Begrünung praktiziert. Der hohe Qualitätsanspruch wird durch extrem niedrige Erträge (25 bis 45 hl/ha) und strengste Selektion des Traubengutes erreicht. Nur die allerbesten Weine des Hauses werden mit einer Lagenbezeichnung vermarktet. Der zweite Rang heißt „Terra Montosa“, dann folgen die „Ortsrieslinge“ (Estates) und die „Gutsrieslinge“ (in den Ausbauarten „Sauvage“ = trocken und „Charm“ = halbtrocken). Eine Spezialität sind Weine in kleinen Mengen aus Grauburgunder und Spätburgunder von besonders alten Rebanlagen. Diese werden seit dem Jahrgang 1999 unter der zusätzlichen Bezeichnung „B“ (Bergterrassen) abgefüllt. Weiters werden auch Süßweine wie Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese produziert, deren Beeren in einem aufwändigen Verfahren nach ihrem Fäulnisgrad manuell sortiert werden. Es werden auch Destillate (Trebern-, Geläger- und Weinbrand) und flaschenvergorene Sekte erzeugt. Das Weingut ist Mitglied der Vereinigung Deutsches Barrique-Forum. Angeschlossen ist das Restaurant/Hotel „Breuer’s Rüdesheimer Schloss“.
Ein Jahrgang, der in der Spitze die besten Ergebnisse der letzten Jahre nicht ganz erreicht, dafür aber auch keinerlei Schwächen zeigt. Die Basisweine gefallen uns - gegen den Jahrgangstrend - eher überdurchschnittlich gut und die edelsüßen besitzen durchweg Klasse. Die trockenen Rieslinge verfügen vielleicht nicht immer über die Tiefe und zwingende Präsenz der besten Jahrgänge, halten aber dennoch ein beeindruckendes Niveau. Und mit dem Schlossberg ist dem Gut ohnehin ein großer Klassiker und einer der Rieslinge des Jahres gelungen.
Die Trockenen Spitzen sind vielleicht nicht ganz so beeindruckend, wie wir das aus Spitzenjahren von Breuer gewohnt sind, aber dennoch kann man ihnen eine gewisse Klasse auch heuer nicht absprechen. Zudem ist man es hier gewohnt, ein paar Jahre zu warten, bis die Weine wirklich zeigen, was sie können. Die Edelsüßen sind schon jetzt überwiegend prachtvoll, allen voran die Trockenbeerenauslesen aus Rüdesheim. Die Basisweine fallen durchweg ansprechend aus, was in den vergangenen Jahren nicht immer selbstverständlich war.
Das neue Team um Theresa und Heinrich Breuer sowie Kellermeister Hermann Schmoranz schafft es nun schon im dritten Jahr den hohen Qualitätsmaßstab, den der Meister Bernhard Breuer hinterlassen hat, in weiten Teilen des Sortiments zu halten. So gibt es heuer einige einfachere Weine und vor allem die Rieslinge aus Rauenthaler Lagen sind recht schlank ausgefallen, was Theresa Breuer mit einer etwas zu frühen Lese begründet, doch sind im Rüdesheimer Berg wieder einige beeindruckende, trockene und edelsüße Rieslinge entstanden. Der Primus ist einmal mehr der feste und sehr mineralische Schlossberg, der schon längst zum international gesuchten Kultriesling geworden ist. Selbst nach den deutlichen Preiserhöhungen der letzten Jahre ist es sehr schwierig einige Flaschen dieses Weines in der Subskription zu ergattern, zumal bei den kleinen Erträgen der letzten Jahre.
Zwar finden wir unter den Rieslingen ohne Herkunftsangabe auch einige recht einfache Weine, doch der größte Teil der 2005er Serie knüpft bei Breuers wieder an die besten Zeiten an. Sowohl im edelsüßen als auch im trockenen Bereich sind Theresa und Heinrich Breuer zusammen mit Kellermeister Hermann Schmoranz erstklassige, bisweilen überragende Weine gelungen. Schon die Estate-Rieslinge sind beeindruckende Miniatur-Meisterwerke. Der Zweitwein "Montosa" wirkt etwas herber und rustikaler, überzeugt aber durch feste Struktur und Konzentration. So verschlossen Roseneck und Rottland auch noch sind, so sehr ziehen sie einen mit ihrer Mineralität und ihrer Tiefe in ihren Bann. Der Roseneck mit seiner Kräuterwürze scheint uns trotz seiner jugendlichen Härte über das größere Potenzial zu verfügen, aber es würde uns nicht wundern, wenn auch der schon heute betörende Rottland sich mit der Flaschenreife noch steigern könnte. Die Juwelen im Programm sind allerdings Nonnenberg und Schlossberg, die selbst im Vergleich mit den anderen großartigen Breuer-Rieslingen aus einer anderen Welt zu stammen scheinen. Der Nonnenberg verbindet in einmaliger Weise höchste Konzentration mit aüßergewöhnlicher Feinheit, der Schlossberg überwältigt einen mit seiner Tiefe und seiner zwingenden Präsenz. Wir haben die Weine über Tage verfolgt, um herauszufinden, welcher von beiden eventuell die Nase vorn haben könnte. Nachdem uns zunächst der Nonnenberg mehr beeindruckte, schien uns am Schluss der monumentale Schlossberg über noch größere Reserven zu verfügen. Dennoch bleibt das Ergebnis ein Vorläufiges. Es wird ausgesprochen spannend sein, diese Prachtrieslinge in ihrer Entwicklung über die nächsten 15 oder 20 Jahre zu verfolgen. Eines ist zumindest heute schon klar: es handelt sich um zwei der größten trockenen Weine, die man bekommen kann.
Der schwierige Jahrgang hinterließ auch bei Breuer seine Spuren. Zwar sind die meisten Weine auch dieses Jahr sehr gut, einige sogar exzellent, aber vor allem die trockenen Exemplare weisen mehr oder weniger deutliche Gernstoffnoten auf, die ihnen oft einiges von ihrer Ausdruckskraft nehmen. Das gilt auch für den trockenen Schlossberg, der allerdings durch seine Konzentration und Dichte herausragt. Überhaupt hat die Lage in diesem Jahr die Nase vorn: auch die edelsüßen Rieslinge sind großartig. Wir sind gespannt auf die Entwicklung der Weine und werden die meisten von ihnen in absehbarer Zeit noch einmal probieren.
Mit seinem letzten Jahrgang hat der viel zu früh verstorbene Bernhard Breuer noch einmal alle Register gezogen. Alles, was wir dieses Jahr probierten, war exzellent. An der Spitze stehen traumhafte Edelsüße und eine Reihe trockener Rieslinge, die einem den Atem verschlagen. Es wird ein luxuriöses Vergnügen sein, den brillanten Nonnenberg über die nächsten zwei Jahrzehnte mit dem gewaltigen Schlossberg zu vergleichen. Sind die Trockenen dann endgültig geleert, dürfte auch die Trockenbeerenauslese aus dem Schlossberg langsam zeigen, was sie wirklich kann und dann wohl einer perfekten Bewertung sehr, sehr nahe kommen. Man wird so noch lange Gelegenheit haben, mit seinen großen Weinen auf einen der bedeutendsten Weinmacher unseres Landes anzustoßen.
Eine unglaubliche Serie grandioser trockener Weine krönt das bislang wohl kompletteste Sortiment Bernhard Breuers. Dabei sind nicht nur die Rieslinge von erstklassiger Güte: die beiden Grauburgunder setzen neue Maßstäbe für weiße Burgundersorten in Deutschland. Die "B"-Version hat auch in Baden oder der Pfalz keine Konkurrenz. Eine hervorragender Spätburgunder und sehr gute Edelsüße machen die Kollektion des Jahres perfekt.
Auch in 2001 kann Bernhard Breuer im Rheingau niemand das Wasser reichen. Schwächen sucht man in diesem großartigen Sortiment vergebens. Schon die einfacheren Weine überzeugen auf ganzer Linie und mit seinen trockenen Lagenrieslingen stellt Breuer jedes Erste Gewächs spielend in den Schatten. Erstmals wurde auch ein Spätburgunder angestellt: er gehört zum Besten, was aus dieser Sorte bislang in Deutschland entstanden ist.
Bernhard Breuer und sein Kellermeister Hermann Schmoranz haben eine Jahrgangskollektion vorgelegt, die an Gleichmäßigkeit und Brillanz kaum mehr zu übertreffen ist. Bereits der einfachste Wein, der trockene Gutsriesling „Sauvage“ ist schlicht sehr gut und könnte ohne weiteres als trockene Spätlese durchgehen (die er faktisch ja auch ist). Der noch etwas saftigere Rüdesheim Estate lässt bei aller Klarheit vielleicht noch etwas die nötige Finesse vermissen, um in der ersten Liga zu spielen. Alles was danach kommt, hat jedoch Klasse und vieles davon ist wirklich großartig. An der Spitze steht ein rundes Dutzend Weine, die den Sprung über die 90 geschafft haben und damit eine Leistung dokumentieren, zu der nur wenige Weinmacher auf der Welt fähig sind. Bemerkenswerterweise stellen sich die Weine aus dem Rüdesheimer Schlossberg allesamt erheblich verschlossener dar, als der Rest der Kollektion. Bei diesen Weinen halte ich eine nochmalige Steigerung in einigen Jahren zumindest für möglich.
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