In Geisenheim im deutschen Anbaugebiet Rheingau (Bundesland Hessen) ist der Sitz der „Forschungsanstalt für Weinbau, Gartenbau, Getränke-Techologie und Landespflege“, gegründet im Jahre 1872 als „Königliche Lehranstalt für Obst- und Weinbau“. Heute werden hier an fünf Instituten mit insgesamt 14 Fachgebieten gemeinsam mit der Fachhochschule Wiesbaden Diplom-Ingenieure der Studienrichtung „Weinbau und Önologie“ sowie „Getränketechnologie“ ausgebildet. Forschung und Ausbildung genießen internationale Anerkennung. Die „Geisenheimer“ sind auf der ganzen Welt in zahlreichen Ländern in der Weinwirtschaft in den verschiedensten Funktionen tätig. Darüber hinaus wird von der Forschungsanstalt Geisenheim und der Universität Gießen ein viersemestriger Aufbaustudiengang angeboten, der mit dem akademischen Graden des Bachelor, Master oder Diplom-Ingenieur abschließt. Dies ist die einzige akademische Ausbildung auf diesem Gebiet im gesamten deutschsprachigen Bereich. Eine Kooperation gibt es auch mit dem bekannten englischen Schulungs-Institut WSET (Wine & Spirit Education Trust).
Auch der Züchtung neuer Rebsorten wird traditonellerweise hohes Augenmerk geschenkt. Schon Dr. Hermann Müller-Thurgau (1850-1927) war am Institut von 1867 bis 1890 tätig und legte hier den Grundstein zu der nach ihm benannten, berühmten Rebsorte. Später hat dann Professor Dr. Heinrich Birk (1898-1973) das Institut geleitet und sich um einen früh reifenden Riesling bemüht. Professor Dr. Helmut Becker (1927-1989) war Leiter von 1964 bis 1989 und hat besonders die Züchtung vieler neuer Europäer-Rebsorten gefördert. Die Zuchtziele waren dabei Ertrags-Sicherheit, Pilz-Resistenz (Botrytis, Mehltau), gute Holzreife und hohe Weinqualität. Dies waren die Sorten Arnsburger, Ehrenbreitsteiner, Ehrenfelser, Dunkelfelder, Gutenborner, Hibernal, Müller-Thurgau, Osteiner, Primera, Prinzipal, Reichensteiner, Rotberger, Saphira und Schönburger. Eine Besonderheit ist, dass Geisenheim für die Neuzüchtungen Erbmassen der asiatischen Spezies Vitis amurensis verwendet (siehe dazu unter Rondo). Siehe auch unter BDO und Wine-Event Geisenheim.
Der Jahrgang 2007
Leider wurden seit einigen Jahren keine Weine mehr zur Verkostung eingereicht, so dass wir uns kein aussagekräftiges Bild von der derzeitigen Leistungsfähigkeit dieses Betriebes machen können. Daher müssen wir die Klassifikation bis auf weiteres aussetzen.
Der Jahrgang 2004
Eine recht kleine Palette, aus der sich wenig Schlüsse ziehen lassen. Aber so, wie sich die beiden letzten Jahre zeigen, ist der Stern schon sehr fraglich. Wir meinen aber, dass ein aussagekräftiges Sortiment im nächsten Jahr das klären wird.
Der größte Teil der 99er Weine ist gut gelungen. Der klare, geradlinige Stil dürfte bei der Kundschaft sehr gut aufgenommen werden. Wenn man den Rieslingen etwas vorwerfen kann, dann allenfalls ein gewisser Mangel an Charakter und Tiefe. Hier ist sicher noch mehr möglich. Einen besonderen Erfolg kann der Frühburgunder verbuchen, der den Holzeinsatz diesmal weit besser vertragen hat, als der Weiße Burgunder.
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