Das Anbaugebiet in Deutschland mit 6.104 Hektar Rebfläche liegt am Nordrand des Bundeslandes Bayern. Eine Besonderheit ist, dass die bayerischen Rebflächen am Bodensee um Lindau zum Anbaugebiet Württemberg gehören. Das Gebiet erstreckt sich zum Großteil zwischen Aschaffenburg und Schweinfurt und wird vom Main in einer großen W-Form durchflossen. Alle Weinberge sind an südwärts gerichteten Talhängen an den Flussufern des Mains oder in Seitentälern seiner Nebenflüsse angelegt. Es ist ein uraltes Weinland, dies beweist eine Schenkungs-Urkunde aus dem Jahre 777 an das Kloster Fulda, dem das Königsgut Hammelburg mit acht Weinbergen (heutiges Schloss Saaleck mit Schlossberg) zugeeignet wurde. Von Kaiser Karl dem Großen (742-814) ist eine Gemarkungs-Beschreibung zwischen Randersacker und Würzburg vom 14. Oktober 779 dokumentiert.
Mittelpunkt Frankens ist die Barockstadt Würzburg, wo sich auch der berühmte Weinberg „Würzburger Stein“ befindet - eine der bekanntesten deutschen Einzellagen. Ein geflügeltes Wort im Mittelalter war „Frankenwein ist Krankenwein“. Der Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890-1935) empfand den Frankenwein als „tief und rein wie ein Glockenton“. Es herrscht kontinentales Klima mit trockenen, warmen Sommern und kalten Wintern vor. Über 40% der Weine werden in Bocksbeutel abgefüllt. Diese seit Jahrhunderten gebräuchliche Flaschenform ist für fränkische Qualitätsweine gesetzlich geschützt. Auch eine Weinstraße ist danach benannt. Franken ist in die drei Bereiche Maindreieck, Mainviereck und Steigerwald gegliedert. Diese umfassen 23 Großlagen und 216 Einzellagen.
Der weitaus größte Bereich Maindreieck liegt im Zentrum des Anbaugebietes und umfasst knapp 4.200 Hektar Rebfläche. Er ist nach der durch den geschwungenen Lauf des Mains gebildeten Landschaft in Form eines auf der Spitze stehenden nach oben hin offenen Dreiecks zwischen Schweinfurt, Ochsenfurt und Gemünden benannt. Die Weinberge erstrecken sich zum Großteil entlang der V-förmigen großen Mainschleife. Weiters gehört auch der Abschnitt des Taubertales zwischen Klingen und Tauberrettersheim, sowie das 30 Kilometer vom Main entfernte Gebiet der Fränkischen Saale hinzu. Eine Besonderheit ist die durch menschlichen Einfluss entstandene „Weininsel“ mit Sommerach und Nordheim. Als Bodentyp herrscht Muschelkalk vor. Die häufigsten Sorten sind Müller-Thurgau mit 32%, Silvaner, Bacchus und Riesling. Der Bereich ist in die 12 Großlagen Burg, Engelsberg, Ewig Leben, Hofrat, Honigberg, Kirchberg, Marienberg, Markgraf Babenberg, Ölspiel, Ravensburg, Roßtal und Teufelstor gegliedert. Bekannte Weinbauorte mit ihren Einzellagen sind:
Der sehr kleine Bereich Mainviereck liegt im Westen und umfasst nur rund 330 Hektar Rebfläche. Er ist nach der durch den geschwungenen Lauf des Mains gebildeten Landschaft in Form eines nach Norden offenen Vierecks mit den die Eckpunkte bildenden Gemeinden Gemünden, Wertheim, Miltenberg und Aschaffenburg benannt. Hier herrschen Urgesteinsböden mit Glimmerschiefer, Quarzit und Gneis vor. Die häufigsten Sorten sind Müller-Thurgau, Riesling, Silvaner und Bacchus. Der Bereich ist in die zwei Großlagen Heiligenthal und Reuschberg gegliedert. Bekannte Weinbauorte mit ihren Einzellagen sind:
* Aschaffenburg mit Badberg, Godelsberg, Pompejaner
* Bürgstadt mit Centgrafenberg, Mainhölle
* Großheubach mit Bischofsberg
* Hörstein mit Abtsberg, Reuschberg (Großlage)
* Klingenberg am Main mit Einsiedel, Schlossberg
* Kreuzwertheim mit Kaffelstein
* Michelbach mit Aloisengarten, Apostelgarten, Steinberg
* Rück mit Jesuitenberg, Johannisberg, Schalk
Der Bereich Steigerwald liegt im Osten und umfasst über 1.500 Hektar Rebfläche. Dazu zählt auch ein Abschnitt des Taubertales im Quellgebiet der Tauber bei Rothenburg. Als Bodentyp herrscht wärmespeichernder Gipskeuper vor. Schichten dieser geologischen Formation werden als „Steigen“ (deshalb Steigerwald) benannt. Es handelt sich um die höchstgelegenen fränkischen Weinberge bis nahezu 400 Meter Seehöhe. Die häufigsten Sorten sind hier Müller-Thurgau mit 35%, Silvaner und Bacchus. Der Bereich ist in die neun Großlagen Burgberg, Burgweg, Herrenberg, Kapellenberg, Schild, Schloßberg, Schloßstück, Steige und Zabelstein gegliedert. Bekannte Weinbauorte mit ihren Einzellagen sind:
* Abtswind mit Altenberg
* Bad Windsheim mit Rosenberg
* Bamberg mit Alter Graben
* Bullenheim mit Paradies
* Castell mit Hohnart, Kirchberg, Kugelspiel, Reitsteig, Schlossberg, Trautberg
* Falkenstein mit Falkenberg
* Greuth mit Bastel
* Hüttenheim mit Tannenberg
* Iphofen mit Domherr, Julius-Echter-Berg, Kalb, Kronsberg, Mönchshütte
* Ippesheim mit Herrschaftsberg
* Ipsheim mit Burg Hoheneck
* Rödelsee mit Küchenmeister, Schwanleite
* Seinsheim mit Hohenbühl
* Steinbach mit Nonnenberg
* Unfinden mit Kinnleitenberg
* Weimersheim mit Roter Berg
* Wiesenbronn mit Geißberg (mit Spitzenparzelle Heller Berg), Wachhügel
* Zeil am Main mit Mönchshang, Pfarrerspflöckn
* Ziegelanger mit Ölschnabel
In den letzten zehn Jahren ergab sich eine Veränderung der Sortenspiegels. Der Anteil der Rotweinsorten ist von 11 auf rund 20% gestiegen. Der hier in der Gemeinde Retzstadt 1925 erstmals gepflanzte Müller-Thurgau liegt zwar nach wie vor an der Spitze, hat jedoch den Anteil von 42% auf 31% verringert. Die Stellung des als „Frankens König“ bezeichneten Silvaner blieb unverändert. Der Status 2009 (0 = kleiner als 0,5 ha, ? = Zahlenwert unbekannt oder aus statistisch-rechtlichen Gründen geheimzuhalten):
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