Das Weingut liegt in der Gemeinde Bacharach im deutschen Anbaugebiet Mittelrhein. Es wurde im Jahre 1982 von Dr. Randolf und Martina Kauer gegründet. Die Weinberge umfassen knapp vier Hektar Rebfläche in ausschließlich Steillagen. Das sind Beulsberg (Urbar), Kloster Fürstental und Wolfshöhle (Bacharach), Fürstenberg (Oberdiebach), sowie Oelsberg (Oberwesel). Sie sind mit den zwei Sorten Riesling (3,2 ha) und Spätburgunder (0,4 ha) bestockt. Als Qualitätsmaßstab gibt es eine selbst auferlegte Ertragsbeschränkung von 50 bis 60 hl/ha beim Riesling und 40 bis 45 hl/ha beim Spätburgunder. Es wird konsequent Ökologischer Weinbau praktiziert, das Weingut ist Mitglied im Verband ECOVIN. Eine Riesling Spätlese wurde 2005 unter 196 ECOVIN-Biobetrieben als „Ecowinner” gekürt. Es werden auch flaschenvergorene Riesling- und Spätburgunder-Weißherbst-Sekte sowie im Eichenholz gereifte Tresterbrände produziert.
Ein sehr geschlossenen Sortiment, sicher das beste, das wir von Randolf Kauer kennen. Die Weine sind in der Regel eher schlank, nicht selten elegant, dabei aber zumeist recht fest gewirkt und mit einer subtilen Kraft ausgestattet. Ihr klarer Herkunftscharakter und die deutliche Mineralik machen die besten von ihnen zu Klassikern der Region. Kompliment!
Die 2008er erreichen nicht ganz das Niveau des Vorjahres und schwanken auch etwas stärker in der Qualität. Dennoch präsentiert der Betrieb erneut ein überwiegend gelungenes Sortiment. Der sperrige Spätburgunder Weißherbst fällt zwar ein wenig ab, vor allem die beiden Riesling Spätlesen zeigen aber wieder gewisse Klasse. Sie brauchen beide noch ein wenig, um sich in Bestform zu zeigen.
In Bestform verfügen die Weine von Dr. Randolf Knauer bei aller Schlankheit über Ausdruck und Herkunftscharakter. Vielleicht abgesehen von der etwas rustikalen halbtrockenen Spätlese trifft das heuer zumindest auf die Lagenweine durchweg zu. Schon die Kabinette bieten in ihrer eleganten Art anspruchsvolle Trinkfreude. An der Spitze des Sortiments stehen dieses Jahr die trockene Spätlese aus dem Oberweseler Oelsberg sowie die erstklassige Auslese aus dem Kloster Fürstental, die wohl erst frühestens ab Mitte des nächsten Jahrzehnts alles zeigt, was in ihr steckt.
Nicht so stark wie im Vorjahr, aber dennoch ohne Fehl und Tadel zeigen sich die Weine von Dr. Kauer. Sie liegen auf ordentlichem bis sehr guten Niveau und verbereiten in vielen Fällen Trinklaune. Besonders gefallen hat uns der relative kräftige, leicht mineralische Weißherbst. Ein sehr gelungener Sommerwein.
Allein die Fürstenberg Auslese - hier nicht angezeigt - ist ein kleiner Wermutstropfen, doch ist die restliche Kollektion sehr ansprechend und wird von der kräuterigen und mineralischen, halbtrockenen Spätlese vom Kloster Fürstental angeführt. Damit beweist Prof. Dr. Randolf Kauer, der den Lehrstuhl für ökologischen Weinbau in Geisenheim inne hat, dass er die Theorie, die er lehrt, auch sehr gut in die Praxis umzusetzen weiß. Dies belohnen wir gern mit einem zweiten Stern. Gratulation!
Mittelrhein: Bacharach
Kloster Fürstental, Riesling, Weißwein, Kabinett, Halbtrocken, 7.00 €
Eigentlich befürchteten wir einen schwierigen Jahrgang bei Randolf Kauer, da der Jahrgang seinem schlanken Stil nicht unbedingt entgegenkommt. Wir wurden überaus positiv überrascht. Noch nie konnten wir eine so geschlossene Serie von Kauer probieren. Nachdem schon im letzten Jahr eine trockene Riesling Spätlese herausragte, konnten wir in 2004 gleich zwei exzellente Exemplare probieren, die sich noch einmal vom Rest der Kollektion abheben. Kompliment.
Das Sortiment ist in diesem Jahr von überwiegend grundsolider Qualität, wobei die Abweichungen eher positiver Natur sind. Besonders die trockene Spätlese aus dem Ölsberg beeindruckt. Sie ist zweifellos der feinste trockene Riesling, den wir hier bislang probiert haben. Glückwunsch zum ersten Stern.
Randolf Kauers Rieslinge sind nach wie vor in einem sehr schlanken Stil gehalten. Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren verfügen sie dieses Jahr jedoch fast durchgängig über eine klare Frucht und die Säure ist zwar oft pikant, aber dennoch reif. Der Stil des Hauses kommt besonders den restsüßen Weinen zugute, doch auch die trockene Spätlese aus dem Beulsberg ist diesmal respektabel geraten.
Mittelrhein
Spätburgunder, Schaumwein, Deutscher Sekt, Brut, Weißherbst, 9.50 €
Wie schon im Vorjahr sind die Weine hier sehr leicht und oft dünn ausgefallen. Einige besonders strukturarme Exemplare wirken auch schon etwas gezehrt und sollten schnell ausgetrunken werden. Eine Steigerung in 2001 wäre wünschenswert.
Mittelrhein: Bacharach
Kloster Fürstental, Riesling, Weißwein, Kabinett, Halbtrocken, 6.14 €
Dem streng nach ökologischen Richtlinien arbeitenden Randolf Kauer sind die Weine in 1999 zum Teil arg schlank, bisweilen einfach dünn geraten. Die rassige Spätlese aus dem Fürstenberg ist jedoch wirklich gelungen.
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