Inhaber: Achim Niederberger Verwalter: Weingutsdirektor Stephan Attmann Geschäftsfuehrer: Aussenbetriebsleiter Joachim Jaillet Kellermeister: Kurt Rathgeber
Das Weingut liegt in der Stadt Deidesheim im Anbaugebiet Pfalz. Es wurde im Jahre 1849 von Friedrich Deinhard aus der gleichnamigen Sektdynastie und seiner Frau Auguste Jordan gegründet. Sein Sohn Dr. Andreas Deinhard (1845-1907) übernahm es 1871 und baute es zu einem der bedeutendsten Qualitätsweingüter Deutschlands aus. Durch seine parlamentarische Tätigkeit im Bayerischen Landtag und im Reichstag prägte er wesentlich das Reblausgesetz und das erste Deutsche Weingesetz mit. Er erwarb sich große Verdienste um den Pfälzischen Weinbau, unter anderem auch als Mitbegründer des Deutschen Weinbauvereines. Nach ihm führte es sein Schwiegersohn Leopold von Winning (1873-1917). In dieser Zeit hieß es „Von Winning’sches Edelweingut“. Nach dessen Tode wurde es von der Familie Hoch übernommen, die den alten Namen „Dr. Deinhard“ wieder einführte. Schließlich wurde der Betrieb im Jahre 2007 vom Neustadter Unternehmer Achim Niederberger erworben und eine Änderung auf den heutigen Namen durchgeführt.
Die Weinberge umfassen 45 Hektar Rebfläche in den Einzellagen Linsenbusch, Nußbien, Spieß und Reiterpfad (Ruppertsberg), Grainhübel, Herrgottsacker, Kalkofen, Kieselberg, Langenmorgen, Leinhöhle, Mäushöhle, Nonnenstück und Paradiesgarten (Deidesheim), sowie Jesuitengarten, Kirchenstück, Pechstein und Ungeheuer (Forst). Sie sind zu 80% mit dem Riesling, der Rest mit den Weißweinsorten Sauvignon Blanc, Weißburgunder, Chardonnay, Grauer Burgunder, Muskateller, Gewürztraminer und Scheurebe, sowie Spätburgunder bestockt. Es wird naturnaher, nachhaltiger Weinbau mit Kurz- und Dauerbegrünung praktiziert. Durch sanfte Vorklärung, Mischung aus Spontangärung in Holzfässern verschiedener Größe und maßvollem Einsatz von Reinzuchthefe in Edelstahl werden Weine mit Sorten- und Lagencharakter erzeugt. Es werden auch flaschenvergorene Sekte produziert. Das Weingut ist Mitglied im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter). Jährlich werden 250.000 bis 300.000 Flaschen Wein vermarktet.
Die 2008er Kollektion von Dr. Deinhard beinhaltet eine ganze Reihe höchst erfreulicher Weine. Selbst die günstigen Basisweine von Weißburgunder und Scheurebe überzeugen. Ansonsten beeindrucken uns vor allem die trockenen Rieslinge, von den Großen Gewächsen abgesehen gerade auch jene aus dem Ungeheuer, aber auch der Sauvignon kann sich sehen lassen.
Eine durchweg empfehlenswerte Serie auf weitgehend gleichmäßig hohem Niveau. Lediglich die Gewürztraminer bleiben diesmal etwas unter ihren Möglichkeiten. Dafür machen der Chardonnay und die Rieslinge aus dem Ungeheuer um so mehr Freude. Insgesamt haben wir den Eindruck, dass sich die meisten Weine in den ersten beiden Jahren am besten präsentieren werden.
Auch 2006 ist hier durchaus zuverlässig, wenn auch jahrgangsbedingt das übliche Niveau nur selten erreicht werden konnte. Gerade die Rieslinge hatten es schwer in 2006, was sich in schwankenden Qualitäten bemerkbar macht. Dennoch sind viele Weine zweifellos gelungen, nur läuft der animierende Gewürztraminer heuer den Rieslingen klar den Rang ab.
Das verkostete Sortiment bestätigt wieder einmal die Stellung dieses Weingutes als eine der zuverlässigsten Quellen für guten Mittelhaardtriesling. Jahr für Jahr schafft es Heinz Bauer, sehr gute und vor allem konstante Qualitäten auf die Flasche zu bringen. Hier kann man eigentlich jeden Wein bedenkenlos kaufen, vor allem in Hinblick auf die noch immer moderaten Preise. In diesem Jahr sind es die trockene Spätlese aus dem Ungeheuer und die halbtrockene Version aus dem Herrgottsacker, die die Kollektion anführen.
Auch wenn sich der Jahrgang mit manchmal etwas rauen Gerbstoffen und hin und wieder leichten Bittertönen bemerkbar macht, sind die Weine auch in 2004 durchweg gut gelungen. Oft gibt eine präsente Mineralität den Weinen Rückgrat. Wir empfehlen dennoch, die meisten von ihnen bis Ende 2006 zu trinken.
Das Weingut bleibt auch in 2003 seinem geradlinigen Stil treu. Die Weine fallen in der Regel deutlich weniger wuchtig aus als die der meisten Nachbarn in diesem Jahr. Besonders gut gefallen uns dieses Jahr die Rieslinge aus dem Ungeheuer.
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