Inhaber: Dr. Franz Michel Verwalter: Michael Bott Geschäftsfuehrer: Dr. Franz Michel Kellermeister: Michael Bott
Bewirtschaftete Anbaufläche: 12.50 ha
Besucherinformation:
Öffnungszeiten: Mo.-Fr.: 8.00-18.00. Sa.: 9.00-13.00. Weinproben nach Vereinbarung. Ansprechpartner: Dr. Michel oder Gutssekretariat.
Das Weingut liegt in der Gemeinde Hochheim im deutschen Anbaugebiet Rheingau. Der Ursprung liegt im Jahre 1780, als vom Vater des Mainzer Domdechanten Dr. Franz Werner das Weingut vom Grafen York erworben wurde. Nach der Gutschronik fand die erste Weinversteigerung 1795 statt. Auch heute beteiligt sich das Gut regelmäßig an Auktionen und an der Mainzer Weinbörse. Heute wird der Betrieb in bereits siebenter Familiengeneration von Dr. Franz Werner Michel geführt. Die Weinberge umfassen 13 Hektar Rebfläche in den alle gemäß Rheingauer Gütezeichenverordnung als Erstes Gewächs klassifizierten Hochheimer Lagen Domdechaney, Hölle, Kirchenstück, Stein, Stielweg und Reichestal. Sie sind zu 98% mit dem Riesling, der kleine Rest mit den Rotweinsorten Spätburgunder und Frühburgunder bestockt. Die extraktreichen und langlebigen Rieslingweine reifen je nach Weintyp in individuellem Ausbau. Die Weine werden überwiegend an die Gastronomie und den Fachhandel verkauft, zwei Dritteln gehen in den Export. Das Weingut ist Mitglied im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).
Die bislang vorgestellte Serie ist von einer Güte, die wir hier in den letzten Jahren gewohnt sind. Vor allem die trockenen Lagenrieslinge sind jede Aufmerksamkeit wert. Von den beiden Ersten Gewächsen ragt jenes aus der Domdechaney deutlich heraus.
2008 ist die erste Kollektion seit längerer Zeit, die keine Ausreißer nach unten mehr aufweist. Ein klares Indiz dafür, dass sich der Betrieb im Aufwind befindet, gerade auch im Kontext des immerhin nicht ganz einfachen Jahrgangs. Den zweiten Stern bestätigt das Gut mit dieser Vorstellung ganz locker, es deutet auch schon weitere Aufstiegs-Ambitionen an.
Der positive Trend des letzten Jahres setzt sich auch heuer fort. Zwar ist uns der trockene Basisriesling etwas zu einfach, aber der Rest der uns vorgestellten Serie kann sich durchaus sehen lassen. Hier wird es Zeit für einen Aufstieg.
Zwar gibt es auch in diesem Jahr den ein oder anderen einfacheren Wein, aber dennoch zeichnet sich mit 2006 eine Wende ab bei Domdechant Werner. Waren wir in den vergangenen Jahren eher selten glücklich mit den Weinen, finden wir dieses Jahr doch einige bemerkenswerte Tropfen. Das herausragende, sehr mineralische Erste Gewächs vom Kirchenstück gehört zu den besten seiner Art im Rheingau und auch sein Pendant aus der Domdechaney ist sehr gelungen. In diese Richtung darf es gerne weiter gehen.
Ein mit einer Ausnahme zwar sehr homogenes, aber für die Ansprüche des Hauses sicherlich nicht zufriedenstellendes Sortiment wurde uns aus 2005 vorgestellt. Vor allem die Ersten Gewächse, Spätlesen und Auslesen, bleiben deutlich unter ihren Möglichkeiten. Die beiden Kabinette hingegen breiten da deutlich mehr Freude. Schade, dass man es hier zur Zeit noch nicht schafft, bei den laut Prädikat und Preis höherwertigen Weinen zuzulegen, denn dann wäre eine bessere Klassifikation in unserem Führer schnell zu erreichen.
Die Qualitäten sind durchweg solide dieses Jahr, kommen aber an 2003 nicht heran. Auffällig ist, dass ausgerechnet der einfachste Riesling positiv herausragt, während die Prädikatsweine manchmal etwas gezehrt wirken und bisweilen deutliche Bittertöne aufweisen. Sie sollten möglichst jung getrunken werden.
Nach wechselhafter Qualität in den vergangenen Jahren, ist 2003 hier großenteils wieder sehr gut gelungen. Die meisten Weine verfügen über Substanz und Struktur. Viele von ihnen dürften sich über mehrere Jahre gut entwickeln.
Die Schwächephase dauert hier leider weiter an. Zwar sind die meisten Weine von mindestens ordentlicher Qualität, doch auch wirklich unbefriedigende Rieslinge finden sich darunter. Viele Weine wurden zwei Mal blind probiert.
Nach dem schwierigen Vorjahrgang erreichen auch die 2001er nicht ganz das gewohnte Niveau. Dennoch finden sich einige sehr empfehlenswerte Weine und die süße Domdechaney Spätlese erinnert an beste Zeiten.
Auch hier leiden die Weine deutlich unter der starken Fäulnis, die die Hochheimer Lagen in 2000 heimgesucht hat. Kaum ein Wein kommt trotz sorgfältiger Machart ohne Wachsaromen oder feinherbe Noten aus. Da bleibt nichts anderes übrig, als hoffnungsvoll nach Vorne zu sehen.
Dr. Michel und Kellermeister Michael Bott haben eine Reihe erstklassiger Weine angestellt. Vom trockenen Kabinett bis zur edelsüßen Auslese beeindruckt die ganze Kollektion durch saftige, an Pfirsiche und Aprikosen erinnernde Frucht, stoffigen Körper und ein festes mineralisches Rückgrat. Sollte dieses Niveau gehalten werden, muss man Domdechant Werner wieder zu den führenden Weingütern in Deutschland zählen. Kompliment!
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