Der Familienbetrieb der Grafen von Schönborn mit Hauptsitz in Wiesentheid in Franken (Deutschland) umfasst neben Weinbau auch noch die fünf Geschäftsbereiche Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Sägewerk, Teichwirtschaft und Gastronomie. Seit dem Jahre 1998 wird der Gesamtbetrieb von Paul Graf von Schönborn geführt. Bereits aus dem Jahre 1349 sind Weinberge in der Rheingauer Gemeinde Winkel im Besitz der adeligen Familie urkundlich erfasst. Damit begann die traditionsreiche Weinbautradition der Grafen von Schönborn. In Deutschland werden zwei Weingüter im Rheingau und in Franken betrieben, beide sind Mitglieder im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).
Das Weingut Domänenweingut Schloss Schönborn liegt in der Gemeinde Hattenheim im deutschen Anbaugebiet Rheingau. Die Weinberge umfassen 50 Hektar Rebfläche in vielen renommierten Rheingauer Einzellagen, die im 17. und 18. Jahrhundert erworben wurden. Das sind zum Beispiel Baiken (Rauenthal), Berg Schlossberg (Rüdesheim), Domdechaney, Hölle und Kirchenstück (Hochheim), Höllenberg (Assmannshausen), Klaus (Johannisberg), Kläuserweg und Rothenberg (Geisenheim), Marcobrunn (Erbach), Krone (Lorch), sowie Nussbrunnen, Pfaffenberg im Alleinbesitz und Wisselbrunnen (Hattenheim). Sie sind zum Großteil mit Riesling (90%), sowie Spätburgunder und Weißburgunder bestockt. Die Weine werden in den drei Linien Gutsweine, Lagenweine und Erste Gewächse vermarktet. Es werden auch flaschenvergorene Sekte produziert. Rund 70% der Weine werden exportiert.
Das zweite Weingut Graf von Schönborn Schloss Hallburg liegt in der Gemeinde Volkach (Bereich Maindreieck) im Anbaugebiet Franken. Es wird seit dem Jahre 1806 betrieben. Die Weinberge umfassen 30 Hektar Rebfläche in den Einzellagen Kapellenberg und im Alleinbesitz Schlosspark (Gaibach), sowie ebenfalls im Alleinbesitz Schlossberg (Hallburg). Sie sind mit den Weißweinsorten Müller-Thurgau, Silvaner, Riesling, Kerner, Bacchus, Rieslaner, Grauburgunder und Gewürztraminer, sowie den Rotweinsorten Spätburgunder und Domina bestockt. Die Weine werden in den drei Linien Gutsweine, Lagenweine und Sterneweine vermarktet. Es werden auch flaschenvergorene Sekte produziert.
Teresa Gräfin Alvares Pereira von Schönborn leitet in fünfter Familiengeneration in Portugal nahe Lissabon den Familienbetrieb Casa Cadaval. Auf 5.000 Hektar Land wird hier Landwirtschaft, die Zucht reinrassiger Lousitanos-Pferde und Weinbau betrieben. Die Weinberge umfassen 53 Hektar Rebfläche in der Region Ribatejo, die zu 95% mit den Rotweinsorten Tinta Roriz (Tempranillo), Touriga Nacional, Trincadeira Preta, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Merlot bestockt sind. Der Ertrag ist auf 45 hl/ ha beschränkt.
Der Jahrgang 2009
Leider wurden seit einigen Jahren keine Weine mehr zur Verkostung eingereicht, so dass wir uns kein aussagekräftiges Bild von der derzeitigen Leistungsfähigkeit dieses Betriebes machen können. Daher müssen wir die Klassifikation bis auf weiteres aussetzen.
Der Jahrgang 2008
Leider wurden seit geraumer Zeit keine aktuellen Weine mehr zur Verkostung eingereicht, weshalb wir die Klassifikation einstweilen auf eine vorläufige zurücksetzen müssen.
Der Jahrgang 2006
Von den sehr einfachen Gutsweinen, die hier nicht angezeigt werden, einmal abgesehen, ist die große Kollektion von Schloss Schönborn zumeist von sehr gutem Niveau. Dennoch zeigt sich, dass der schwierige Jahrgang diesem Gut, dessen Weinbergslagen über den ganzen Rheingau verteilt sind, zu schaffen machte. Dass man es dennoch hinbekommen hat, ein bis auf die erwähnten Ausnahmen solch homogenes Sortiment vorzustellen, stimmt uns optimistisch für das hoffentlich bessere Jahr 2007.
Der Aufwärtstrend bei Schönborn geht auch in diesem Jahr weiter. Besonders bei den eher für den einheimischen Markt produzierten trockenen Rieslingen sind die Fortschritte enorm und auch die starken Schwankungen der vergangenen Jahre sind nahezu völlig ausgemerzt. Mussten wir früher immer wieder einen leicht unsauberen Fass- oder Kellerton feststellen, können wir derlei heute nirgends mehr entdecken. Bei den Basisweinen und manchen restsüßen Exemplaren würden wir uns lediglich etwas mehr Charakter und manchmal auch mehr Tiefe und Substanz wünschen. Dennoch erlauben wir uns, den anhaltend positiven Trend mit einem weiteren Stern zu honorieren. Glückwunsch!
2004 ist bei Schönborn eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den letzten Jahrgängen zu bemerken. Auch wenn sich der an alte Holzfässer erinnernde Hauston fast überall bemerkbar macht, sind die meisten Weine überaus sorgfältig gemacht, oft fest strukturiert, dabei elegant und typisch. Nur vereinzelt machen sich die Jahrgangsprobleme mit bitterlich-phenolischen Tönen und sehr einfachen Tropfen bemerkbar. Vielen Rieslingen trauen wir hingegen eine weitere positive Entwicklung zu. Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung und geben gerne den ersten Stern, dem weitere Folgen, wenn die Ausreißer nach unten in Zukunft noch weiter reduziert werden können.
Die Qualität der Weine schwankt hier stark. Neben einigen guten Weinen finden sich wieder viele Exemplare mit leichten Unklarheiten und manchmal auch deutlich unsauberen Tönen.
Was ist nur los bei Schönborn? Kaum ein Wein aus dem umfangreichen Sortiment kommt ohne unreife, bittere und grasige Noten aus. Von Struktur und Tiefe kann kaum je die Rede sein, dafür gibt es auch eine Reihe richtig unsauberer Weine. Die Ersten Gewächse, von denen eines nicht einmal die 70-Punkte Hürde schaffte und das andere nur mit größter Mühe eine Punktlandung hinlegte, sind ein Hohn für diese hochtrabende Bezeichnung. Das Gut verfügt möglicherweise über den großartigsten Lagenbesitz im ganzen Rheingau, scheint aber derzeit nicht fähig oder nicht willens, dem auch nur annähernd Rechnung zu tragen.
Bei einer frühen Verkostung der Weine im letzten Jahr machten die Weine dank ihrer saftigen Frucht und mineralischen Würze eine recht gute Figur. Seither haben die meisten von ihnen viel von ihrem Charme verloren. Nachdem die Primärfrucht zurück gegangen ist offenbaren sich bei vielen Rieslingen feinherbe, manchmal vegetabile und rustikale Noten. Einige von ihnen zehren bereits spürbar aus - eine bei den 99ern nicht selten zu beobachtende Entwicklung. Wirklich erstklassig präsentiert sich allerdings die Spätlese aus dem Pfaffenberg.
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