Das Weingut liegt in der Gemeinde Martinsthal im deutschen Anbaugebiet Rheingau. Es blickt auf eine mehrhundertjährige Geschichte und Tradition zurück. So stammen die heute noch genutzten Keller aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahre 1917 erwarb Jacob Diefenhardt den Besitz von Baron von Reichenau. Seit dieser Zeit wird das Weingut im Familienbesitz bewirtschaftet; heute von der Familie Seyffardt. Nach seinem Studium in Geisenheim, einem Jahr in Stellenbosch (Südafrika) als Kellermeister und anschließend sechs Monate bei Bodega Etchart in Cafayate (Argentinen) als Berater stieg Peter Seyffardt 1981 in den elterlichen Betrieb ein. Dieser wird seit dem Jahre 1998 von ihm geführt. Die weitaus überwiegend steilen Weinberge umfassen knapp 17 Hektar Rebfläche in den Lagen Langenberg, Rödchen und Wildsau (Martinsthal), sowie Rothenberg (Rauenthal). Sie sind ausschließlich mit den zwei Sorten Riesling (75%) und Spätburgunder (25%) bestockt.
Im Weinberg steht Erhalt und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit mit dem Ziel des ökologischen Gleichgewichtes zwischen Boden und Rebe an erster Stelle. Qualitätskriterien sind Optimierung des Blattfruchtverhältnisses, organische Düngung, geringe Erträge, Ausdünnen der Trauben, zeitgerechtes Entblättern der Traubenzone, Negativ-Selektionen und selektive Handlese. Im Keller sind dies Ganztraubenpressung, Vorklärung, kontrollierte Gärung, langes Hefelager und rebsorten- und weinlagenreiner Ausbau. Die Spätburgunder-Rotweine werden ausschließlich in Barriquefass ausgebaut. Die Qualitätspyramide umfasst die drei VDP-Klassifikationsstufen. Das Weingut ist langjähriges Mitglied im VDP.
Zwar schwankt auch die 2007er Kollektion ein wenig, aber insgesamt ist uns die Leistung der letzten beiden Jahre dann doch einen Aufstieg wert. Vor allem die Rauenthaler Rieslinge und die trockene Spätlese "J.D." können sich sehen lassen, aber auch der Kabinett aus der Wildsau gefällt.
Haben wir uns im letzten Jahr noch Sorgen um den einen Stern gemacht, so ist die 2006er Kollektion vom Weingut Diefenhardt allein gesehen eigentlich locker zwei wert. Allerdings waren die vergagenen Jahre einfach zu durchwachsen, um das Weingut heuer aufsteigen zu lassen. So hoffen wir sehr, dass dieser Jahrgang der Beginn einer Serie ist, die dieses beliebte Weingut zu weiteren Sternen bringt.
Auch 2005 ist leider kein Jahr für Peter Seyffardt gewesen. Einige Weine werden nicht angezeigt und auch die ordentliche, restsüße Spätlese ist eine wenig unklar. Nur die edelsüßen Spezialitäten sind hier auf sehr gutem bis ausgezeichneten Niveau. Es bedarf einer überzeugenden Leistung in 2006, um den Stern zu halten.
Die diesmal etwas kleine Kollektion lässt keine wirklichen Schlüsse zu. Aber auch heuer ist das Sortiment etwas geteilt, jahrgangsbedingt, wie wir vermuten. Man darf auf den nächsten Jahrgang schon gespannt sein, der hier wieder Klasseweine bringen könnte.
2003 ist hier ein Jahrgang von eher heterogener Qualität. Besonders die einfacheren Weine wirken oft etwas matt oder strapaziert. Herausragend ist allerdings das dicht gewirkte erste Gewächs.
Die ersten, bereits im August probierten Weine waren zum Teil wohl aufgrund der hohen Temperaturen während des Versands nicht ganz auf der Höhe, doch mit den später angestellten Proben wird eine klare Steigerung zu den beiden Vorjahren deutlich. Die Weine sind überwiegend klar, schlank und gut zu trinken, beim Ersten Gewächs kommen noch sehr gute Struktur und ausgeprägte Mineralität hinzu.
Wie schon die 2000er befinden sich auch die 2001er Weine zumeist auf einfachem Niveau. Sie bleiben daher ein wenig unter meinen Erwartungen an den Jahrgang. Überaus positive Ausnahmen sind der gut strukturierte Kabinett sowie der sehr klare Eiswein.
Lebendige und reintönige Frucht zeichnet die 99er Rieslinge von Diefenhard aus. Zwar fehlt es manchmal noch etwas an Dichte, doch machen die meisten Weine einfach Spaß. Einzige Ausnahme ist die etwas verwaschen wirkende Spätlese aus dem Langenberg. Dafür ist die trockene Selection um so besser. Ein Weingut, das man im Auge behalten sollte.
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