Bewertungsschema:
75-79: Ordentlich bis gut
80-84: Sehr gut
85-89: Ausgezeichnet
90-94: Hervorragend
95-99: Groß
100: Einzigartig
Dieses Bewertungssystem ist deutlich strenger als andere international verwendete 100-Punkte-Systeme. Weitere Infos
Weinmarketing-Blog
Utz Graafmann bloggt für Ihren Erfolg im Netz
Werbung:
Werbung
Verkostungstelegramm
Alle verkosteten Weine von Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan per E-Mail? Aktivieren Sie hier Ihr Verkostungs- telegramm:
Jetzt aktivieren!
Die Geschichte der Familie ist untrennbar mit der Geschichte des deutschen Qualitäts-Weinbaus verbunden. Die Vorfahren waren hervorragende Winzer, Kunstkenner, Wein-Fachleute und aktiv im politischen Leben als Bürgermeister, Abgeordnete und als Weinbuch-Autoren tätig. Ursprung ist der Ketschauerhof, der bereits im Jahre 1250 erwähnt wurde. Im Jahre 1783 erbaute Johann Peter Jordan (dessen Vater im Jahre 1708 aus Savoyen eingewandert war) in Deidesheim nördlich von Neustadt an der Weinstraße ein Anwesen mit Kellerei, das bis heute Mittelpunkt geblieben ist. Andreas Jordan (1775-1848) gilt als Begründer des Weingutes und auch des Qualitätsweinbaus in der Pfalz. Dieser kaufte den Ketschauerhof nebst einigen besten Lagen. Aus dieser Zeit ist ein Brief erhalten, mit dem J. W. von Goethe (1749-1832) im Jahre 1820 beim Weingut Bassermann den von ihm öfters gelobten berühmten 1811er für einen Kuraufenthalt bestellte.
Andreas Jordan legte großen Wert auf die Anpflanzung nur hochwertiger Rebsorten, vor allem des Riesling und (gegenüber dem damals weithin gepflogenen und üblichen Gemischten Satz) sorgfältiger Trennung der Gewächse. Erwähnenswert sind vor allem die umfangreichen Verbesserungen der Weingärten, indem man aus Nordhängen mit großen Erdbewegungen Südhänge machte, Südhänge künstlich erhöhte und viele Lagen drainagierte. Ihm folgte sein Sohn Ludwig Andreas (1811-1883), der die Tradition fortsetzte und mit seinen in fünf Sorten ausgelesenen 1852er-Weinen Aufsehen erregte. Sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Emil Bassermann-Jordan (1835-1915).
Dessen Bruder Otto war Freund und Verleger von Wilhelm Busch (1832-1912), der an diesen schrieb: „Der Deidesheimer ist mir ein wahres Labsal - aber - nur noch 17 Flaschen. Ich denke, Du kannst mir, Deiner Noblesse, unbeschadet, auch mal gegen Zahlung eine Partie besorgen. Nur bald - So Gott will - komme ich im Herbst und freue mich drauf“ (siehe auch bei Busch unter Zitate). Danach folgten dann Ludwig (1869-1914) und Friedrich (1872-1959), die gemeinsam das Gut leiteten. Dr. jur. Friedrich von Bassermann-Jordan veröffentlichte 1907 sein bis heute als Standardwerk geltendes Buch „Die Geschichte des Weinbaus“ in drei Bänden. Die zweite erweiterte Auflage folgte 1923.
In der Folge veröffentlichte er unzählige weitere weinhistorische Arbeiten, wurde zur international anerkannten Autorität als Weinbau-Historiker, übte jahrzehntelang maßgeblichen Einfluss auf den gesamten deutschen Weinbau aus und erhielt zahlreiche Ehrungen und Titel (zum Beispiel Präsident des Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Weinbauverbandes). Friedrich von Bassermann-Jordan beeinflusste auch maßgeblich das erste deutsche Weingesetz. Anlässlich seines 85. Geburtstages stiftete die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) die „Friedrich v. Bassermann-Jordan-Medaille“, welche an höchstens zehn lebende Persönlichkeiten verliehen werden darf, die sich „hervorragende Verdienste um die deutsche Weinwirtschaft“ erworben haben.
Sein Sohn Ludwig von Bassermann-Jordan (1924-1995) leitete ab 1959 das Weingut und förderte besonders die Weinbau-Fachkräfte-Ausbildung. Nach seinem Tode übernahm seine Witwe Margrit von Bassermann-Jordan die Führung. Im Jahre 2002 wurde das Weingut an den Neustadter Unternehmer Achim Niederberger verkauft, der zusammen mit Ulrich Mell (technischer Geschäftsführer seit 1997) und Gunther Hauck (kaufmännischer Geschäftsführer seit 1998) die Geschicke des Weingutes leitet. Heute umfasst das „Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan“ eine Rebfläche von 50 Hektar in den Einzellagen Grainhübel, Herrgottsacker, Hohenmorgen, Kalkofen, Kieselberg, Langenmorgen, Leinhöhle und Paradiesgarten (Deidesheim), Hoheburg und Reiterpfad (Ruppertsberg), sowie Jesuitengarten, Kirchenstück, Pechstein, Stift und Ungeheuer (Forst).
Sie sind zu 90% mit dem Riesling, der Rest mit den Sorten Chardonnay, Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Spätburgunder und Merlot bestockt. Der Keller des Weingutes hat eine Sonderstellung, denn hier entstand im Verlaufe der Jahrhunderte ein Wein-Museum mit unzähligen, wertvollsten Artefakten. Es beinhaltet zum Beispiel römische Amphoren aus dem 1. bis 3. Jahrhundert, Zinnflaschen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, einen 1706er-Wein, einen der legendären 1811er Forster Ungeheuer sowie lückenlos alle Jahrgänge seit den 1880er Jahren. Die Weine der privaten Sammlung sind unverkäuflich.
Zum ersten Mal wurden uns von Bassermann-Jordan heuer auch die Großen Gewächse vorgestellt, sodass wir uns endlich ein vollständiges Bild von der Leistungsfähigkeit dieses Betriebes machen konnten. Und die ist durchaus beeindruckend. Vor allem die Rieslinge lassen hier kaum Wünsche offen. Hier wird es Zeit für einen Aufstieg!
Eine erfreuliche Serie, angeführt von der Scheurebe Auslese. Auch der Riesling "Auf der Mauer" hat wieder Klasse und könnte sich mit der Reife sogar noch weiter positiv entwickeln. Leider wurden uns die Großen Gewächse wieder nicht vorgestellt.
Die eingereichten Weine, besonders der Riesling "Auf der Mauer" können durchaus überzeugen und machen eindeutig klar, was dieses Traditionsgut selbst in sehr schwierigen Jahren zu leisten vermag. Leider haben wir in den letzten Jahren jeweils nur einen Bruchteil der hergestellten Weine zur Verkostung erhalten, weshalb eine seriöse Klassifizierung in diesem Führer nicht mehr möglich ist. Wir hoffen sehr darauf, zukünftig wieder repräsentativere Kollektionen dieses Hauses verkosten zu können.
Ein leider sehr kleines Sortiment, aus dem die beiden restsüßen Weine hervorstechen, erreichte uns aus 2005. Einen wirklichen Rückschluss auf die Gesamtleistung in 2005 können wir so natürlich nicht treffen. Schade!
In der kleinen Serie, die uns dieses Jahr vorgestellt wurde, fallen wieder die Rieslinge besonders gut auf. Die weißen Burgundersorten leiden deutlich an den Bedingungen des Jahrgangs.
Die Rieslinge sind auch dieses Jahr über jeden Zwiefel erhaben. Schon der einfache Sommerwein macht Laune, der Kabinett ist klassisch und die Qualität der trockenen und süßen Spitzenweine standesgemäß.
Vom Jahrgang 2002 wurde ein relativ kleines Sortiment angestellt, aus dem nicht alle Proben überzeugten. Allerdings wurden die Flaschen jedoch in der größten Sommerhitze verschickt, was für manche Schwächen verantwortlich sein dürfte. Leider wurden auf unsere Anforderung hin keine Konterproben angestellt, weshalb die Ergebnisse nicht überprüft werden konnten. Sie müssen daher unter Vorbehalt betrachtet werden. Die einfachen Qualitätsweine und der Kabinett aus der Mäushöhle befinden sich auf gewohnt hohem Niveau.
Mit dem Jahrgang 2001 reiht sich Bassermann-Jordan wieder endgültig unter die absoluten Spitzenproduzenten in der Pfalz ein. Schon die Kabinette beeindrucken mit Struktur und viel saftiger Frucht und die trockenen Riesling Spätlesen gehören zu den besten des Landes. Dabei wurden die großen Gewächse noch nicht einmal angestellt! Etwas im Zweifel bin ich allein bei der Beerenauslese, die zwar über Substanz und Frucht verfügt, mir aber mit ihren betont gemüsigen Noten im Augenblick nicht wirklich gefällt.
Auch das kleine in diesem Jahr angestellte Sortiment offenbart die ausgesprochen sorgfältige Arbeit, die Ulrich Mell und sein Team geleistet haben. Selbst die einfachen Weine sind zwar schlank, aber glasklar in der Frucht. Und die Spätlese aus dem Kiesellberg macht wirklich Spaß.
Wein-Plus ist ein unabhängiges Medium.
Wir legen großen Wert auf die Trennung von Redaktion und Werbung.
Natürlich betreiben wir keinen Handel mit Wein und sind weder direkt noch
indirekt finanziell mit Weinhändlern oder Erzeugern verbunden.
Bitte beachten Sie auch die weiteren rechtlichen Hinweise im Impressum.
Wir respektieren Ihre Privatsphäre. Zu unserer Datenschutzerklärung.