Inhaber: Mitglieder der Genossenschaft Verwalter: Reinhard Antes - Vorstandsvorsitzender Geschäftsfuehrer: Otto Guthier Kellermeister: Gerhard Weiß & Dirk Herdner
Bewirtschaftete Anbaufläche: 260.00 ha
Der Frühlingsgarten Deutschlands - Hessische Bergstraße
Die Winzervereinigung „Bergsträßer Winzer eG“ mit Sitz in der Gemeinde Heppenheim im deutschen Anbaugebiet Hessische Bergstraße wurde im Jahre 1904 als „Starkenburger Winzerverein“ gegründet. Bis 1960 dienten die Wirtschaftsgebäude des Kurmainzer Amtshofes als Betriebsstätte, ehe im Jahre 1959 die Grundsteinlegung zu einem neuen, moderneren Kellerei- und Betriebsgebäude an der Darmstädter Straße erfolgte. Geschäftsführer ist Otto Guthier, Kellermeister Gerhard Weiß und Dirk Herdner. Heute bewirtschaften 470 Mitglieder entlang der Bergstraße 268 Hektar Rebfläche, das sind knapp 60% des Anbaugebietes. Ein paar Winzer aus Gemeinden des benachbarten Anbaugebietes Baden sind ebenfalls traubenanliefernde Mitglieder. Die Einzellagen im Anbaugebiet Hessische Bergstraße: Schöntal (Alsbach), Fürstenlager und Höllberg (Auerbach), Hemsberg, Kalkgasse, Paulus und Streichling (Bensheim), Eckweg, Guldenzoll, Maiberg, Stemmler und Steinkopf (Heppenheim), sowie Alte Burg und Steingeröll (Zwingenberg). Die Einzellagen im Anbaugebiet Baden: Herrnwingert (Hemsbach), Sonnberg (Laudenbach), sowie Stephansberg (Hohensachsen und Lützelsachsen).
Die Weinberge werden nach naturnahen Gesichtspunkten bearbeitet, dazu gehört zum Beispiel eine natürliche Begrünung, umweltschonende Nährstoffversorgung und nützlingsschonender Pflanzenschutz. Ein mengenbegrenzter Rebschnitt und sorgsame Pflege der Rebstöcke ergeben niedrige Erträge von nur 78 Hektoliter je Hektar im langjährigen Durchschnitt. Mit 135 Hektar (50%) Rebfläche dominiert bei den Weißweinsorten der Riesling, gefolgt von Müller-Thurgau (Rivaner), Grauer Burgunder (Ruländer), Silvaner und Kerner. Bei den Rotweinsorten dominiert Blauer Spätburgunder mit 49 Hektar (18%) Rebfläche, gefolgt von Saint Laurent, Dornfelder, Frühburgunder und Merlot. Zu 75% werden die Weine trocken ausgebaut. Spezialitäten sind edelsüße Weine von Auslese bis Trockenbeerenauslese und Eiswein. Jährlich werden rund 1,8 Millionen Flaschen produziert. Das umfangreiche Weinarchiv umfasst rund 12.000 Flaschen ab dem Spitzenjahrgang 1959. Es werden auch flaschenvergorene Sekte und Perlweine produziert.
Das Sortiment ist etwas durchwachsen in diesem Jahr. Neben sehr guten Weinen stehen auch recht einfache. Der Sauvignon ist allerdings auffällig gut. Das ist zwar noch eine etwas knappe Entscheidung, aber wir hoffen, dass der Betrieb den ersten Stern im kommenden Jahr auch verteidigen kann.
2008 scheinen hier vor allem die trockenen Weine die Leistung des Vorjahres deutlich zu übertreffen. Sie sind von sehr sorgfältiger Machart und überwiegend vergnüglich zu trinken. Auf diesem Niveau steht einem ersten Stern im kommenden Jahr nichts im Wege.
Die 2007er Serie ist abseits der Edelsüßen von solider Qualität ohne große Höhen und Tiefen. Deutlich über dem Rest der Kollektion stehen jedoch die beiden Dessertweine. Vor allem der geschliffene Eiswein macht Freude.
Die vier angestellten Weine stellen nur einen Bruchteil der Gesamtproduktion dieser großen Genossenschaft dar, was eine Einschätzung des Jahrgangsniveaus schwierig macht. Dabei sind die beiden Riesling Spätlesen durchaus erfreulich. Wir hoffen auf ein repräsentativeres Sortiment aus 2007.
Die Weine, hinter denen hier auch Mengen stehen, können alle nicht überzeugen. Allenfalls der Kerner Kabinett ist zu empfehlen. Die beiden Edelsüßen sind da von einer ganz anderen Klasse und der Eiswein einer der besten Weine des Jahrgangs an der Bergstraße. Dennoch muss hier dringend die Qualität bei den Trinkweinen optimiert werden.
Die bislang vorgestellten 2002er bewegen sich auf solidem, wenn auch unspektakulärem Niveau. Sie sind günstig kalkuliert und die beiden Weißburgunder sind ihr Geld mehr als wert.
Abgesehen vom grandiosen Eiswein sind es eher die einfachen Tropfen, die dieses Jahr überzeugen. Der Perlwein gehörte sogar zum Besten, was ich in dieser Art bislang probiert habe. Überraschend gut ist auch der Sankt Laurent.
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